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Isis kontrolliert Öl und Gas in Syrien

Alle grossen Öl- und Gasfelder in Syrien sind offenbar in der Hand der islamistischen Isis. Im Irak mussten die Rebellen bei Tikrit einen Rückschlag hinnehmen.

Deklarierten die Aufhebung der Grenze zwischen Syrien und dem Irak: Isis-Militärführer Omar al-Shishani (Mitte) und weitere Kämpfer. (28. Juni 2014)
Deklarierten die Aufhebung der Grenze zwischen Syrien und dem Irak: Isis-Militärführer Omar al-Shishani (Mitte) und weitere Kämpfer. (28. Juni 2014)
Keystone

Die Kämpfer der sunnitischen Gruppierung Islamischer Staat im Irak und in Grosssyrien (Isis) haben Aktivisten zufolge die Kontrolle über alle wichtigen Gas- und Ölfelder in Syrien erlangt. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom Freitag verdrängten die Dschihadisten konkurrierende Islamistengruppen und andere Milizen aus der an den Irak angrenzenden Ostprovinz Deir Essor.

Dort liegen die besonders grossen Ölfelder Tanak und Al-Omar. Nur das kleine Ölfeld Al-Ward wird demnach noch von einer kleineren, rivalisierenden Gruppe gehalten.

Von Isis zu IS

Nach ihrem Vormarsch im Norden und Westen im Irak sowie Geländegewinnen in Syrien hatte Isis am vergangenen Sonntag einen grenzüberschreitenden islamischen Gottesstaat ausgerufen. Das «Kalifat» soll sich von der Region Aleppo im Norden Syriens bis zur Region Dijala im Osten des Irak erstrecken. Zugleich nannte sich die Gruppe in Islamischer Staat (IS) um.

Die Syrische Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem dichten Netzwerk aus Aktivisten und Ärzten in Syrien, eine unabhängige Überprüfung ihre Angaben ist oft nicht möglich.

Erfolg der irakischen Armee bei Tikrit

Die irakische Armee hat nach eigenen Angaben die radikal-islamischen Rebellen in der Nähe der strategisch wichtigen Stadt Tikrit zurückgedrängt. Die Armee habe das Dorf Auja bei Tikrit von Aufständischen «vollständig gereinigt», sagte Militärsprecher Kassam Atta am Freitag.

Tikrit selbst stand aber weiterhin unter der Kontrolle der sunnitischen Kämpfer des Islamischen Staates. In Auja wurde der frühere Machthaber Saddam Hussein geboren, er umgab sich mit zahlreichen Vertrauten und Verwandten aus Auja und Tikrit.

Die Soldaten hätten Auja in der Nacht auf Freitag mit Unterstützung schiitischer Milizen und unter dem Einsatz von Helikoptern eingenommen, berichteten staatliche Medien, die Polizei und Einwohner des Dorfes. Nach Armeeangaben wurden 30 Rebellen getötet.

Kontrolle über Verbindungsstrasse

Die Regierungstruppen kontrollierten nun die wichtige Verbindungsstrasse zwischen Samarra und Auja, hiess es. Samarra liegt nur 100 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernt.

In den vergangenen Wochen hatten die Rebellen weite Gebiete im Norden und Westen des Landes erobert. Vor wenigen Tagen riefen sie ein Kalifat in dem von ihnen kontrollierten Territorium im Irak und im Nachbarland Syrien aus und benannten sich um in Islamischer Staat.

(AFP/sda)

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