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Isis kontrolliert das grösste syrische Ölfeld

Ein riesiges Ölfeld, Städte, Flughäfen: Die Islamisten bauen ihre Macht in Syrien und im Irak aus. In Syrien beherrschen sie inzwischen ein Gebiet das fünfmal so gross ist wie der Libanon.

Die Islamisten sollen ein gewaltiges Gebiet zwischen dem syrischen Aleppo und der irakischen Hauptstadt Bagdad kontrollieren: Ein Mitglied der Isis posiert in Nordsyrien mit einer Rakete. (30. Juni 2014)
Die Islamisten sollen ein gewaltiges Gebiet zwischen dem syrischen Aleppo und der irakischen Hauptstadt Bagdad kontrollieren: Ein Mitglied der Isis posiert in Nordsyrien mit einer Rakete. (30. Juni 2014)
AFP

Wenige Tage nach Ausrufung ihres Kalifats beherrschen die Jihadisten und ihre Verbündeten nach syrischen Oppositionsangaben angeblich ein Gebiet, das vom Umland von Aleppo im Nordwesten Syriens bis vor die irakische Hauptstadt Bagdad reicht. In Syrien hätten die Isis-Kämpfer erstmals die Kontrolle von der irakisch-syrischen Grenzstadt Abu Kamal bis kurz vor die Metropole Aleppo, teilte die in London ansässige oppositionelle syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit.

Abu Kamal liegt rund 400 Kilometer von Aleppo entfernt. Isis herrsche damit allein in Syrien über ein Gebiet, das fünfmal so gross sei wie der Libanon, erklärte die oppositionelle Beobachtungsstelle.

Die Konkurrenz zieht ab

In der östlichen Grenzprovinz Deir al-Sor habe die der al-Qaida nahestehende Nusra-Front Isis die Kontrolle überlassen, erklärte die Beobachtungsstelle weiter. Al-Nusra sei aus ihren Hochburgen Majadin und Schuhail abgezogen.

Isis habe zudem das grösste syrische Ölfeld al-Omar kampflos von der Nusra-Front übernommen. In Deir al-Sor seien nur noch die Provinzhauptstadt und der Flughafen sowie einige Dörfer unter Kontrolle der Truppen von Präsident Baschar al-Assad. Zudem hätten sich sunnitische Stämme der Isis angeschlossen.

Saudiarabien schickt Soldaten an die Grenze

Der Irak grenzt im Westen auf einer Länge von rund 600 Kilometern an Syrien. Im Süden haben der Irak und Saudiarabien eine rund 800 Kilometer lange gemeinsame Grenze. Auf Grund der jüngsten Entwicklungen schickte der weltgrösste Erdölexporteur nach Angaben des Fersehsenders al-Arabiya am Donnerstag 30'000 Soldaten an die Grenze. Der saudiarabische König Abdullah habe alle notwendigen Massnahmen ergriffen, um das Land vor «terroristischen Bedrohungen» zu schützen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA.

Zuvor waren einem al-Arabiya-Bericht zufolge irakische Soldaten aus der Grenzregion abgerückt. 2500 Soldaten seien abgezogen worden und hätten das Grenzgebiet zu Saudiarabien und Syrien unbewacht zurückgelassen. Ein Grund sei dafür nicht genannt worden, wurde ein irakischer Offizier zitiert. Dem widersprach die irakische Führung. Die Grenze sei «vollständig in der Hand» der irakischen Grenztruppen, sagte der Militärsprecher von Ministerpräsident Nuri al-Maliki in Bagdad. Die Falschmeldung solle die Moral des Volkes und der Truppe untergraben.

Türkische Geiseln freigelassen

Derweil wurden die 32 vor 3 Wochen verschleppten türkischen Lastwagenfahrer freigelassen. Die Männer seien türkischen Diplomaten übergeben und noch am Donnerstag nach Ankara ausgeflogen worden, teilte der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu mit.

Er bekräftigte, die Bemühungen um die Freilassung weiterer 49 Türken, die bei der Eroberung der Stadt Mossul vor drei Wochen in die Hände von ISIS-Kämpfern gerieten, würden fortgesetzt. Unter den Gefangenen befinden sich Soldaten, Diplomaten und Kinder.

Das Schicksal von 46 indischen Krankenschwestern war indes weiter unklar. Sie hatten sich in einem Krankenhaus in Tikrit versteckt, als Isis die Stadt einnahm. Die Frauen seien zwar unverletzt, sie wurden aber am Donnerstag in eine von Isis kontrollierte Gegend im Irak gebracht, wie ein Sprecher des indischen Aussenministeriums mitteilte.

SDA/ldc

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