Iranische Kampfjets beschiessen US-Drohne

Die Predator-Drohne hat sich in internationalem Luftraum befunden, als sie von iranischen Kampffliegern vom Typ Su-25 angegriffen wurde, teilt das Pentagon mit.

Überwacht iranische Streitkräfte und Nuklearanlagen: US-Drohne im Einsatz. (Archivbild)

Überwacht iranische Streitkräfte und Nuklearanlagen: US-Drohne im Einsatz. (Archivbild)

(Bild: Reuters)

Iranische Kampfflugzeuge haben nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums eine US-Drohne über internationalen Gewässern im Persischen Golf angegriffen. Die beiden Kampfjets hätten am 1. November über internationalen Gewässern im Persischen Golf ohne Vorwarnung in Richtung der unbewaffneten Predator-Drohne geschossen, sie aber nicht getroffen, sagte Pentagon-Sprecher George Little am Donnerstag. Wegen der Medienzensur im Iran verhängten die USA weitere Sanktionen gegen Teheran. Nach Angaben des Pentagon-Sprechers absolvierte das unbemannte US-Flugzeug über internationalen Gewässern einen routinemässigen Überwachungsflug in etwa 30 Kilometern Entfernung von der iranischen Küste, als die beiden Kampfjets vom Typ Su-25 sie bedrängt hätten. «Sie fingen das Flugzeug ab und schossen mehrfach», sagte Little. Mindestens zweimal hätten die viel schnelleren iranischen Kampfjets auf die Drohne geschossen.

Zu keinem Zeitpunkt habe sich der Predator in iranischem Luftraum befunden, sagte Little. Teheran sei mittlerweile unterrichtet worden, dass die Aufklärungsflüge fortgesetzt würden. Möglicherweise hätten die Iraner die US-Drohne mit den Schüssen lediglich warnen wollen, sagte Little. «Unsere These ist aber, dass sie gefeuert haben, um sie abzuschiessen.» Der Predator landete den Angaben zufolge nach dem Zwischenfall sicher auf einem Stützpunkt in der Region.

«Eine Premiere»

Bislang hatte es lediglich kleinere US-iranische Konfrontationen zu Wasser gegeben, wenn iranische Schnellboote US-Kriegsschiffe in der für Öltransporte wichtigen Strasse von Hormus abdrängten. Konfrontationen zwischen einer US-Drohne und einem iranischen Flugzeug hatte es aber noch nicht gegeben. Little sprach von einer «Premiere». Der Vorfall fünf Tage vor der US-Präsidentschaftswahl war zunächst nicht publik gemacht worden.

Die USA seien darauf vorbereitet, ihre Streitkräfte zu schützen, warnte der Pentagon-Sprecher. «Wir haben eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten, von diplomatischen bis hin zu militärischen, um unsere militärischen Einrichtungen und Kräfte in der Region zu verteidigen.»

Um weiter Druck auf den Iran auszuüben, beschlossen die USA neue Sanktionen gegen Mitglieder der Führung in Teheran sowie gegen iranische Institutionen. Das US-Aussenministerium teilte mit, vier Personen und fünf Institutionen seien mit Sanktionen des Aussen- und des Finanzministeriums belegt worden wegen «Zensur oder anderer Dinge, die die Meinungs- und Versammlungsfreiheit der Bürger im Iran beschneiden».

Teheran hindere die Iraner am freien Zugang zu Medien, erklärte US-Aussenamtssprecherin Victoria Nuland. Satellitenempfang werde bewusst gestört, damit ausländische Sender nicht in den Iran senden könnten. Von Ende September bis Anfang Oktober konnten Internetnutzer im Iran ihre Gmail-Accounts nicht öffnen.

Youtube «auf keinen Fall»

Ein Vertreter des iranischen Telekommunikationsministeriums, Mohammed Resa Miri, wurde von der Nachrichtenagentur Mehr mit den Worten zitiert, die Blockade des E-Mail-Programms von Google sei «leider» versehentlich passiert, als die ebenfalls zu Google gehörende Videoplattform Youtube blockiert werden sollte. Youtube solle «auf keinen Fall zugänglich» sein.

Israel und westliche Staaten verdächtigen den Iran, heimlich an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten. Israel sieht dadurch seine Existenz bedroht. Der Iran bestreitet die Vorwürfe.

chk/AFP

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