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Iran und Nordkorea auf Schmusekurs

Israel droht seit Monaten, die Atomanlagen des Iran anzugreifen. Nun hat die islamische Republik ein grossangelegtes Manöver zur Luftverteidigung angekündigt – und verstärkt seine Zusammenarbeit mit Nordkorea.

Sehen ihre Staaten vom Westen bedroht: Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad und Nordkoreas Verhandlungsführer, Kim Yong-Nam, an der Willkommenszeremonie in Teheran. (1. September 2012)
Sehen ihre Staaten vom Westen bedroht: Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad und Nordkoreas Verhandlungsführer, Kim Yong-Nam, an der Willkommenszeremonie in Teheran. (1. September 2012)
AFP

Der Iran und Nordkorea haben ein wissenschaftliches und technologisches Kooperationsabkommen unterzeichnet. Dem iranischen Staatsfernsehen zufolge wurde das Abkommen heute in Teheran geschlossen.

Sowohl der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad als auch Nordkoreas Nummer zwei, Kim Yong Nam, seien dabei anwesend gewesen. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Der geistliche Führer des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, sagte Kim, die Islamische Republik und Nordkorea hätten gemeinsame Feinde und beide sollten sich gegen Drohungen und Druck zur Wehr setzen, um ihre Ziele zu erreichen. In der Vergangenheit hatten Vertreter beider Länder erklärt, ihre Nationen sässen im Kampf gegen die Westmächte im «gleichen Schützengraben».

Vorbereitung auf israelischen Luftschlag

Der Iran hat derweil ein Grossmanöver zur Luftverteidigung der Islamischen Republik angekündigt. Bei der Übung solle eine Notfallsituation simuliert werden, sagte der Chef der Luftwaffe, Farsad Esmaili, dem englischsprachigen iranischen Sender Press TV heute.

An dem Manöver würden sowohl die Armee als auch das Korps der Islamischen Revolutionsgarden beteiligt. Im Juli hatte der Iran den Test einer mit einem neuen Steuerungssystem versehenen Kurzstreckenrakete gemeldet, die Ziele auf See und an Land treffen könne.

Wegen des Atomprogramms des Landes sind in jüngster Vergangenheit verstärkt Sorgen laut geworden, Israel könne iranische Nuklearanlagen angreifen. Der jüdische Staat und der Westen verdächtigen den Iran, heimlich an einer Atombombe zu arbeiten. Die Führung in Teheran betont dagegen stets, mit dem Programm ausschliesslich friedliche Ziele zu verfolgen.

Atomkraftwerk erreicht volle Kapazität

Der Iran treibt auch sein Atomprogramm offenbar weiter voran: Der landesweit einzige Reaktor im umstrittenen Atomkraftwerk Buschehr hat nach Angaben aus Teheran seine volle Kapazität erreicht. Der stellvertretende Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Ahmadian, sagte heute, die mit russischer Hilfe gebaute Anlage sei am Vorabend auf das Maximum von 1000 Megawatt heraufgefahren worden.

Der im Süden des Landes gelegene Reaktor war vor einem Jahr eröffnet und zunächst auf Sparflamme betrieben worden. Die Anlage gilt als Grundpfeiler im iranischen Streben nach einer technologischen Führungsrolle in der arabischen Welt. Der Westen sieht Buschehr jedoch als Teil iranischer Anstrengungen zur Entwicklung von Atomwaffen. Teheran hat dies stets bestritten.

SDA/ses

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