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Iran eröffnet Weltraumwarte und installiert Reaktorbehälter

Teheran spricht von einem «grossen Schritt nach vorn»: Der im Bau befindliche Atomreaktor in Arak soll Ende nächstes Jahr betriebsbereit sein. Auch einen eigenen Satelliten hat der Iran angekündigt.

Mit der neuen Warte werde das Land «Aktivitäten von Satelliten» überwachen können: Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad vor der Kuppel der neuen Weltraumwarte. (9. Juni 2013)
Mit der neuen Warte werde das Land «Aktivitäten von Satelliten» überwachen können: Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad vor der Kuppel der neuen Weltraumwarte. (9. Juni 2013)
Fars

Teheran ist nach eigenen Angaben bei seinem Atomprogramm entscheidend vorangekommen. Wie staatliche Medien berichteten, wurde an dem im Bau befindlichen Schwerwasserreaktor im zentraliranischen Arak in Anwesenheit von Staatspräsident Mahmud Ahmadinejad erfolgreich ein Reaktorbehälter angebracht.

Der Leiter der iranischen Organisation für Atomenergie, Fereidun Abbasi Dawani, sprach von einem «grossen Schritt nach vorn». Bis März 2014 solle der Reaktor mit virtuellem Treibstoff getestet werden, sagte er der Nachrichtenagentur Isna.

Streit um Informationen

Teheran teilte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit, dass der Reaktor Ende 2014 betriebsbereit sein wird. Nach offizieller Darstellung soll er für die Herstellung von Plutonium zu medizinischen Zwecken verwendet werden. Die USA und ihre Verbündeten befürchten jedoch, dass hoch angereichertes Plutonium zum Bau einer Atombombe gebraucht werden könnte.

Der US-Botschafer bei der IAEA, Joseph MacManus, hatte sich vergangene Woche darüber beschwert, dass Teheran seit 2006 keine präzisen Informationen über den Reaktor geliefert habe. Der iranische Vertreter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, erwiderte, dass die IAEA-Kontrolleure die Reaktoranlage inspizieren könnten.

Der UNO-Sicherheitsrat verlangt den Stopp jeglicher Anreicherungsaktivitäten im Iran und verlieh seiner Forderung mit vier Sanktionsrunden Nachdruck. Zusammen mit einseitigen Sanktionen der USA und der EU, die auf die iranische Ölexport- und Finanzbranche zielen, geriet die iranische Wirtschaft unter erheblichen Druck.

Bei den sogenannten Sechsergesprächen mit dem Iran über dessen Atomprogramm ist ein Durchbruch bislang ausgeblieben. An den Gespräche mit iranischen Vertretern sind die fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Grossbritannien sowie Deutschland beteiligt.

Erste Weltraumwarte

Erstmals hat der Iran zudem nach eigenen Angaben ein Zentrum zur Weltraumbeobachtung in Betrieb genommen. Mit der neuen Warte werde das Land «Aktivitäten von Satelliten» und anderen Flugobjekten überwachen können – auch in den Weiten des Alls, sagte Präsident Mahmud Ahmadinejad laut der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Die Weltraumwarte befindet sich in der Nähe der Stadt Delijan, rund 200 Kilometer von Teheran entfernt.

Zugleich kündigte der Iran an, eigene Satelliten ins All bringen zu wollen. Ziel sei eine bessere Absicherung gegen Naturkatastrophen in dem erdbebenanfälligen Land sowie ein Ausbau der Telekommunikation und der Militärüberwachung in der Region.

Ehrgeizige Ziele

Die USA und ihre Verbündeten beobachten die Entwicklung mit Sorge. Sie befürchten, dass die gleiche Technologie auch zur Entwicklung von Langstreckenraketen genutzt werden könnte.

Das neue Weltraumzentrum diene vor allem der Sicherheit des Irans, sagte Verteidigungsminister Ahmad Wahidi. Im Übrigen sei Teheran auch bereit, erfasste Daten mit anderen Ländern zu teilen, zitierte ihn Irna weiter.

Der Iran verfolgt mit seinem Raumfahrtprogramm seit langem ehrgeizige Ziele. Immer wieder sprach die Regierung in Teheran von technologischen Durchbrüchen. Erst im Februar hatte sie verkündet, einen Affen ins All geschossen zu haben. Die Angaben konnten jedoch von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden.

sda/AP/mw

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