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Iraks Kurden für Abspaltung an die Urne

«Der Irak ist fertig», heisst es bei Iraks Kurden. Jetzt bereiten sie ein Referendum über die Unabhängigkeit vor. Gegen Washington und Teheran gerichtet, gibts einen Giftpfeil.

Alles unter Kontrolle: Menschen passieren einen kurdischen Kontrollposten bei Tikrit. (14. Juni 2014)
Alles unter Kontrolle: Menschen passieren einen kurdischen Kontrollposten bei Tikrit. (14. Juni 2014)
Reuters

Der Präsident der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks, Massud Barsani, hat das Parlament um die Vorbereitung eines Referendums für die Unabhängigkeit Kurdistans gebeten. Das sagte der Aussenbeauftragte der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP), Hemin Hawrami, am Donnerstag in Erbil.

Das Parlament werde ein Datum festlegen und eine Wahlkommission einberufen. Zum künftigen Staat sollen auch die umstrittenen Gebiete wie die ölreiche Stadt Kirkuk gehören. «Diese Gebiete sind jetzt schon faktisch Teile Kurdistans», fügte er hinzu. «Das ist ein historischer Tag.»

«Es gibt eine neue Realität»

Seinen Worten nach entschied sich die kurdische Regierung zu diesem Schritt, «weil der Irak fertig ist». Ministerpräsident Nuri al-Maliki sei gescheitert und die Kurden teilten 1050 Kilometer Grenze mit der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) und nur noch 15 Kilometer mit der irakischen Armee.

«Es gibt eine neue Realität und damit müssen wir umgehen.» Er rechne damit, dass das Referendum «bald» abgehalten werden könne.

Entschieden wird nicht in Washington

Zum Nein aus den USA, dem Iran und der Türkei zu einer kurdischen Unabhängigkeit sagte er: «Das kurdische Selbstbestimmungsrecht wird hier im Parlament entschieden und nicht in Ankara, nicht in Teheran und nicht in Washington.»

Die Botschaft aus Erbil sei: «Kurdistan wird zur Stabilität in der Region beitragen.» Wer das nicht akzeptiere, entscheide sich letztlich für «das Chaos in Mossul, Tikrit und anderen Regionen».

SDA/cpm

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