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Irakische Kurden fordern PKK zum Abzug auf

Die verbotene türkische Kurdenpartei verliert an Rückhalt im Nordirak: Der Präsident der autonomen Kurdenregion verlangt von der PKK, die Region zu verlassen.

Führt die irakischen Kurden an: Massud Barsani im kurdischen Parlament in Arbil. (30. Oktober 2007)
Führt die irakischen Kurden an: Massud Barsani im kurdischen Parlament in Arbil. (30. Oktober 2007)
Ali Abbas/EPA

Die massiven türkischen Luftangriffe drohen zu einer Spaltung des kurdischen Lagers zu führen. Der Präsident der autonomen kurdischen Region im Nordirak, Massud Barsani, forderte die aus der Türkei stammenden Rebellen der kurdischen Arbeiterpartei PKK am Samstag auf, aus ihren Stellungen im Nordwestirak abzuziehen.

Die PKK «sollte ihre Kämpfer aus der kurdischen Autonomieregion zurückziehen, um sicherzustellen, dass Zivilisten Kurdistans nicht Opfer dieses Kampfes und Konflikts werden», hiess es in einer vom Büro Barsanis veröffentlichten Erklärung. DieTürkei kritisierte er wegen der Luftangriffe, die bereits die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen habe. Barsani forderte Ankara und die PKK auf, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen.

Mindestens acht Tote

Ein PKK-Aktivist im Irak, Sedar Sitar, sagte der Nachrichtenagentur AP, bei einem türkischen Luftangriff auf das Dorf Sargel seien am Morgen mindestens acht Zivilisten getötet und zwölf verwundet worden. Sechs Häuser seien zerstört worden.

Trotz internationaler Ermahnungen zur Zurückhaltung setzte die Türkei am Freitag ihre Luftangriffe auf PKK-Stellungen im Nordwestirak massiv fort. 28 Kampfflugzeuge vom Typ F-16 hätten am Freitag 65 Stellungen der PKKimNordirak bombardiert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Am Donnerstag seien es 80 Jets gewesen, die mehr als 100 Ziele bombardiert hätten.

Der türkischen Nachrichtenagentur zufolge wurden rund 260 PKK-Rebellen seit Beginn der Luftangriffe getötet. Die PKK hat bisher keine Angaben zu ihren Verlusten gemacht. Die Luftangriff begannen vergangene Woche und sind die ersten seit Beginn des Friedensprozesses vor drei Jahren.

Sie sind die Reaktion der türkischen Regierung auf einen Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat in der türkischen Stadt Suruc an der türkisch-syrischen Grenze am 20. Juli, bei dem mehr als 30 Menschen getötet wurden. Danach kündigte Ankara ein härteres militärisches Vorgehen sowohl gegen den ISals auch die PKKan.

Auch Nato-Partner haben an Ankara appelliert, den Friedensprozess mit den Kurden wieder aufzunehmen. Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, die türkische Regierung sollte nicht die Brücken zu den Kurden niederreissen, die in den vergangenen Jahren so mühsam aufgebaut worden seien.

AP

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