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Irak: USA übergeben Provinz Anbar

Die US-Streitkräfte ziehen sich aus der einst sehr umkämpften westirakischen Provinz Anbar zurück. Dort übernehmen jetzt die irakischen Sicherheitskräfte die Kontrolle.

Der Schritt gilt als Meilenstein in der Befriedung des Landes und dem geplanten US-Truppenrückzug aus dem Irak. «Dieser Krieg ist noch nicht vorbei, aber er wird gewonnen - und das in erster Linie von der Bevölkerung in Anbar», sagte der US-Generalmajor der Marineinfanterie, John Kelly. US-Präsident George W, Bush nannte die Übergabe einen grossen Erfolg.

Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte

«Vor nicht allzu langer Zeit war Anbar eine der gefährlichsten Provinzen im Irak», sagte Bush. Nun würden die irakischen Streitkräfte die Führung übernehmen, die Amerikaner rückten damit in den Hintergrund, hiess es in einer in Washington veröffentlichten Erklärung des Präsidenten. Generalmajor Kelly sagte, das Terrornetzwerk von al Qaida sei noch nicht endgültig besiegt. «Aber sein Ende ist nah und sie wissen es.»

Die Übergabe der Wüstenprovinz an die irakischen Sicherheitskräfte bedeutet nicht, dass die derzeit dort stationierten 25’000 US-Marineinfanteristen vollständig Anbar verlassen werden. Sie werden aber den Patrouillendienst zurückfahren und sich auf die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte konzentrieren, hiess es.

General fordert Verlegung von Kampftruppen nach Afghanistan

Anbar ist die elfte von 18 irakischen Provinzen, die wieder unter irakischer Kontrolle steht. Ihre Stadt Falluja war eines der Zentren des sunnitischen Aufstandes gegen die US-Besetzung und die irakische Regierung in Bagdad. Falluja wurde von US-Truppen im November 2004 nach den schwersten Häuserkämpfen im irakischen Krieg überhaupt erobert. Anbar war ein Rückzuggebiet für die Terrororganisation al-Qaida im Irak, deren 2006 bei einem Luftangriff getöteter Führer Abu Mussab al Sarkawi von der Provinz aus Angriffe und Anschläge in Bagdad organisierte.

US-General James Conway sagte vergangene Woche, nach der Übergabe der Verantwortung an die Iraker würden in Anbar weniger Kampftruppen benötigt. Deshalb sollten mehrere tausend Marineinfanteristen nach Afghanistan verlegt werden, wo die Gewalt zunehme, forderte der General am vergangenen Mittwoch. Conway hatte zuvor bereits mehrfach gefordert, die US-Truppen in Afghanistan sollten um bis zu 10'000 Soldaten aufgestockt werden. Auch die US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain haben sich zuletzt für eine baldige Verstärkung der Truppen in Afghanistan ausgesprochen.

AP/cpm

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