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Irak und USA starten Offensive auf Mosul

Nach langer Planung beginnt nun die Rückeroberung der grössten Stadt in Händen des IS. Die US-Airforce leistet Unterstützung aus der Luft.

Haben einige Dörfer östlich von Mosul bereits erobert: Panzertruppen der irakischen Armee, hier in der Nähe von Hit in der Provinz Anbar. (18. März 2016)
Haben einige Dörfer östlich von Mosul bereits erobert: Panzertruppen der irakischen Armee, hier in der Nähe von Hit in der Provinz Anbar. (18. März 2016)
Moadh al-Dulaimi, AFP

Irakische Truppen haben mit internationaler Unterstützung zum lang erwarteten Sturm auf die Islamisten-Hochburg Mosul angesetzt. Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS), die die Stadt im Norden seit 2014 kontrolliert, sei auf dem Rückzug, twitterte Iraks Regierungschef Haider al-Abadi. Der Vorstoss der Regierungstruppen erfolge «schnell und entschieden».

In einer ersten Phase sollten Ortschaften in der Umgebung zurückerobert werden. An dem Einsatz beteiligten sich nach Militärangaben kurdische Peschmerga-Kämpfer. Die von den USA angeführte internationale Anti-IS-Koalition flog Luftangriffe.

Stadt auf drei Seiten abgeriegelt

In den vergangenen Wochen hatte die Regierung in Bagdad Tausende Soldaten in der Gegend von Mosul zusammengezogen. In einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung hiess es, es seien mehrere Dörfer in der Nähe der Stadt zurückerobert worden.

Der IS hatte Mosul 2014 in einem Blitzangriff eingenommen. In der Stadt leben rund zwei Millionen Menschen, unter ihnen rund 400'000 Flüchtlinge aus anderen Landesteilen. Mosul ist die grösste Stadt in Irak und Syrien, die der IS unter Kontrolle hat.

Ziel der irakischen Regierung ist es, den IS dieses Jahr aus Mossul zu vertreiben. Unter der Hand wird von Regierungsvertretern allerdings eingeräumt, das es Zweifel gebe, ob die Armee den Zeitplan tatsächlich einhalten könne. Die Stadt wurde von den kurdischen Peschmerga bereits auf drei Seiten abgeriegelt.

Hinter Rauchschwaden versteckt

Der Sprecher des irakischen Einsatzkommandos, Jahja Rasul, sagte, die Lufteinsätze der US-Militärallianz und der irakischen Luftwaffe spielten bei der Offensive eine entscheidende Rolle.

Peschmerga-Kommandant Nadschat Ali sagte, die irakischen Truppen hätten einige Dörfer ohne Widerstand eingenommen. In zwei Orten habe es aber Kämpfe gegeben. IS-Kämpfer hätten als Sichtschutz vor Luftschlägen Ölvorräte in Brand gesteckt.

Militärexperten zufolge kommt es in der ersten Phase darauf an, ob es den Regierungstruppen gelingt, Mosul von den anderen Regionen im Irak abzuschneiden, die der IS noch kontrolliert. Die Menschen in Mosul wurden vom Militär aufgefordert, sich wegen der Angriffe von Gebäuden fernzuhalten, die der IS nutzt.

Staudamm bereits zurückerobert

Es ist nicht klar, wie lange eine solch komplizierte und anspruchsvolle Operation dauern kann. Mosul liegt 360 Kilometer nordwestlich der irakischen Hauptstadt Bagdad. Es ist die zweitgrösste Stadt des Landes.

Die islamischen Extremisten hatten auch kurze Zeit den riesigen Staudamm vor der Grossstadt unter ihrer Kontrolle, inzwischen wird er von kurdischen Kämpfern bewacht.

AP/AFP/rub

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