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Irak fordert sofortigen Abzug türkischer Truppen

Die Türkei hat rund 150 Soldaten in die Nähe der vom IS besetzten Stadt Mossul verlegt. Dies verstösst gegen den Rahmen der Anti-IS-Koalition.

Kampf gegen den Terror: Irakische Soldaten gehen vor der durch den IS besetzten Stadt Ramadi in Stellung. (30. November 2015)
Kampf gegen den Terror: Irakische Soldaten gehen vor der durch den IS besetzten Stadt Ramadi in Stellung. (30. November 2015)
Osama Sani/AP, Keystone

Mehrere Hundert türkische Soldaten sind Sicherheitskreisen zufolge in die nordirakische Region Mossul verlegt worden, um dort irakische Truppen auszubilden. Die Soldaten hätten sich bereits zuvor im kurdischen Teil des Irak aufgehalten, hiess es am Freitagabend in den türkischen Kreisen. Die Miliz Islamischer Staat (IS) brachte die Millionenstadt Mossul 2014 unter ihre Kontrolle.

Die Entsendung der türkischen Soldaten sei Teil von routinemässigen Ausbildungsübungen, hiess es in den türkischen Kreisen weiter. Ein Bataillon habe die Region Mossul Baschika erreicht. Um wie viele Soldaten es sich genau handelt, wurde nicht mitgeteilt. Aufgabe sei auch die Ausbildung kurdischer Peschmerga-Kämpfer, hiess es. Die Türkei unterhält enge Beziehungen zum autonomen Kurdengebiet im Nordirak, die Kurdengruppen in Syrien werden dagegen als feindlich eingestuft.

Unerlaubte Truppenbewegung

Der Irak forderte den sofortigen Abzug der türkischen Truppen. In US-Regierungskreisen hiess es, die Truppenbewegung erfolge nicht im Rahmen der US-geführten Anti-IS-Koalition. Der IS hält grosse Teile des Irak und Syriens besetzt und hat dort ein Kalifat ausgerufen. Zahlreiche Länder versuchen, mit Luftangriffen den IS zurückzudrängen.

Die Türkei, die lange unter dem Verdacht stand, radikale Rebellengruppen im Kampf gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu unterstützen, hat sich unter dem Druck ihrer Verbündeten im Juli der internationalen Anti-IS-Koalition angeschlossen.

Im Juni 2014 hatten IS-Extremisten Mitarbeiter des türkischen Konsulats in Mossul entführt, darunter 46 Türken. Drei Monate später wurden die Geiseln freigelassen. Medienberichten zufolge entliess Ankara im Gegenzug Jihadisten aus der Haft.

(SDA)

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