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In Pakistan droht tausenden Kindern der Tod

Das Land steht wegen der schweren Überschwemmungen vor einer Hungerkatastrophe. 30'000 Neugeborene brauchen dringend Hilfe.

Noch immer sind zahlreiche Felder in Pakistan überflutet, und bald beginnt der Winter. Hier Shah Jamal, 5. September 2010.
Noch immer sind zahlreiche Felder in Pakistan überflutet, und bald beginnt der Winter. Hier Shah Jamal, 5. September 2010.
Keystone
29. August: Die Fluten ausserhalb von Thatta gehen zurück.
29. August: Die Fluten ausserhalb von Thatta gehen zurück.
Keystone
Leute, die von der Flut betroffen sind, demonstrieren in den Strassen von Nowshera gegen die Regierung.
Leute, die von der Flut betroffen sind, demonstrieren in den Strassen von Nowshera gegen die Regierung.
Keystone
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In den Krisengebieten hätten bereits Millionen Menschen zu wenig Nahrung, sagte ein Sprecher des UNO-Welternährungsprogramms (WFP) am Montag in Islamabad. Der Hunger schwächt die Flutopfer und macht sie noch anfälliger für Krankheiten. Die Überschwemmungen haben grosse Teile der pakistanischen Reis-Anbaugebiete zerstört. Zunehmend betroffen ist dabei auch die südliche Provinz Sindh, die als Kornkammer des Landes gilt.

Nach Einschätzung der deutschen Regierung sind 30'000 Neugeborene vom Tod bedroht, wenn sie nicht rasch Hilfe bekommen. Es werde erwartet, dass in den kommenden Wochen 90'000 Kinder in den Überschwemmungsgebieten und Lagern zur Welt kämen, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, am Montag in Berlin nach der Rückkehr aus Pakistan.

Ein Drittel dieser Kinder sei akut gefährdet, solange sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und eine medizinische Versorgung fehlten, so Löning weiter. Auch ältere Kinder seien sehr anfällig für Krankheiten: 40 Prozent der Kinder unter fünf Jahren seien unterernährt und damit schon vor dem Hochwasser geschwächt gewesen.

Der Wiederaufbau kostet Milliarden

Nach UNO-Angaben hat das Land bislang Spenden und Hilfszusagen in Höhe von rund 850 Millionen Dollar erhalten. Für den Wiederaufbau benötigt Pakistan aber mehrere Milliarden. Wegen der schweren Flutkatastrophe will der Internationale Währungsfonds (IWF) am Montag in Washington Gespräche mit pakistanischen Regierungsvertretern führen.

Dabei dürfte es vor allem um eine Lockerung der strengen Haushaltsvorgaben im Rahmen eines 2008 gewährten Kreditprogramms gehen. Es wurde aber auch nicht ausgeschlossen, dass der IWF das Programm und die Sparvorgaben ganz aufgeben und stattdessen ein Rettungspaket ohne Bedingungen schnüren könnte.

Helikopter für die Hilfe benötigt

Seit Beginn der Flutkatastrophe sind nach UNO-Angaben mehr als vier Millionen Menschen obdachlos geworden. Bislang sind über 3400 Pakistaner in den Fluten ums Leben gekommen. Zahlreiche Regionen sind noch immer von der Aussenwelt abgeschnitten, da das Hochwasser Strassen und Brücken zerstört hat. Die Wassermassen des Indus' warfen in Zentralpakistan zuletzt auch einen Reisebus um und rissen mindestens 15 Insassen in den Tod.

Das Welternährungsprogramm benötigt zur Versorgung der Flutopfer nach eigenen Angaben mindestens 40 zusätzliche Helikopter, um Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete zu transportieren.

Der Schweizer Bundesrat hatte am letzten Mittwoch entschieden, Pakistan drei Maschinen vom Typ Alouette III zu schenken. Wie die Geräte in das Land transportiert werden, sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher des VBS auf Anfrage. Am Montag sollte eine Delegation der pakistanischen Armee die Helikopter in der Schweiz begutachten.

(SDA)

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