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Im Geflecht der Clique

Auch nach dem Rücktritt von Präsident Bouteflika verschwindet die Korruption in Algerien nicht.

Nach Druck vom Volk trat der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika zurück. Foto: Bild: Louafi Larbi/Reuters (Archivbild)
Nach Druck vom Volk trat der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika zurück. Foto: Bild: Louafi Larbi/Reuters (Archivbild)

Mit seinem Rücktritt hat Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika endgültig dem Druck nachgegeben. Allerdings geht dieser Druck von zwei verschiedenen Kräften mit entgegengesetzten Interessen aus. Zum einen von den Massenprotesten auf den Strassen, denen sich Freitag für Freitag mehr Menschen angeschlossen haben. Zum anderen von der undurchsichtigen Machtclique aus Militär, Geheimdienst, Geschäftsleuten und Parteifunktionären, die seit Jahren de facto das Land beherrscht.

Bouteflikas Rücktritt bietet dieser Elite die Möglichkeit einer legalistischen Lösung der Krise. Binnen einer kurzen Übergangszeit von nur drei Monaten muss ein neuer Präsident gewählt werden. Wahrscheinlich wird es einer, der dem Machtgeflecht und dessen Interessen gewogen ist.

Die Probleme des Landes jedoch werden dadurch nicht behoben. Korruption, Nepotismus, Inkompetenz und der Polizeistaat werden nur unter eine neue Schirmherrschaft gestellt. Den Demonstranten geht es längst nicht mehr nur darum, die Figur an der Staatsspitze auszuwechseln. Sie wollen das Regime grundlegend verändern. Sie werden am Freitag wieder mit den Füssen abstimmen und nach Würde und Gerechtigkeit rufen. Wenn sich die Herrschenden, vor allem die Armee, nicht darauf einlassen, stehen Algerien turbulente Zeiten bevor.

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