Highspeed in Bodennähe – die unsichtbare Tomahawk-Missile

Wie die heute von Trump eingesetzte Rakete funktioniert und warum sie kaum abgeschossen werden kann.

So feuerten die USA nach Syrien: Aufnahmen vom Zerstörer USS Porter. Video: US Navy/Ford Williams via AFP
Yannick Wiget@yannickw3

59 Raketen feuerte die US Navy als Vergeltung für einen mutmasslichen Giftgasangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Regierung. Es waren Cruise Missiles des Typs Tomahawk – eine Waffe, die nicht zufällig ausgewählt wurde. Sie hat eine jahrzehntelange Tradition und ist genau für solche Militäreinsätze gemacht.

Tomahawk-Raketen wurden von den USA erstmals 1991 während der «Operation Desert Storm» im Golfkrieg verwendet und sind seither ein tragender Pfeiler der amerikanischen Kriegsführung. Sie kamen in verschiedenen Konflikten zum Einsatz, beispielsweise gegen die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak oder letztmals im Oktober im Jemen, nachdem Huthi-Rebellen amerikanische Schiffe beschossen hatten.

Eine Übersicht der Tomahawk-Rakete. (7. April 2017) Video: Tamedia

Nach Angaben der US Navy sind Tomahawk-Raketen so konzipiert, dass sie mit hoher Geschwindigkeit sehr tief über dem Boden fliegen. Gesteuert werden sie von einem fortgeschrittenen Navigationssystem, was ihnen erlaubt, eine ausweichende Route zu fliegen. So sind die Tomahawk-Raketen für das Radar des Gegners nur schwer erfassbar und können nicht leicht abgeschossen werden.

Der Hauptvorteil aus Sicht der Amerikaner ist, dass sie aus sicherer Distanz von einem Kriegsschiff oder einem U-Boot aus angreifen können und keine Kampfjets und Piloten einsetzen müssen. Tomahawk-Raketen haben eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern – könnten die Schweiz also gut siebenmal von West nach Ost überfliegen. Sie sind bei jedem Wetter einsetzbar und gelten als präzise.

  • loading indicator

Üblicherweise sind die Raketen mit gut 450 Kilogramm konventionellem Sprengstoff bestückt. Das ist weniger als bei grösseren Bomben, die von Kampfjets abgeworfen werden, aber genug, um sogenannte weiche Ziele wie Anlagen auf einem Luftwaffenstützpunkt oder Flugzeuge am Boden zu zerstören.

Die tödlichen Tomahawk-Raketen können auch Atomsprengköpfe transportieren. Laut dem Missile Defense Project des US-Thinktanks CSIS wird die nukleare Funktion aber allmählich abgebaut – zumal die Tomahawk-Rakete selbst schon offiziell 832'000 US-Dollar pro Einheit kostet. Laut «The Economist» sind es sogar 1,5 Millionen. Die USA haben alleine bei ihrem Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt also zwischen 49 und 88 Millionen US-Dollar verschossen.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt