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Gericht erhebt Anklage gegen Hizbollah-Mitglieder

Vier Hizbollah-Mitglieder werden von einem holländischen Sondergericht wegen des Mordes am früheren Premier Rafik Hariri angeklagt.

Im Libanon eine Ikone: Der 2005 ermordete Ministerpräsident Rafik Hariri.
Im Libanon eine Ikone: Der 2005 ermordete Ministerpräsident Rafik Hariri.
AFP

Das UN-Sondertribunal zur Klärung des Mordes an dem libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri hat vier Hizbollah-Mitglieder der Mittäterschaft beschuldigt, aber keinen Hauptverdächtigen benannt. Die 47-seitige Anklageschrift wurde in Leidschendam in den Niederlanden veröffentlicht, wo das US-Sondergericht für den Libanon seinen Sitz hat.

Die Staatsanwälte analysierten für ihre Anklageschrift ein enormes Netzwerk von Telefonaufzeichnungen und leiteten daraus eine mutmassliche Mittäterschaft von vier Mitgliedern der Hizbollah-Miliz ab, die vom Iran unterstützt wird. Sie wurde veröffentlicht, nachdem das Gericht in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte, die libanesischen Behörden seien nicht in der Lage gewesen, den vier Verdächtigen die Anklageschrift zuzustellen. Die Hizbollah hat eine Beteiligung an dem Attentat vom 14. Februar 2005 zurückgewiesen und erklärt, sie werde die Verdächtigen nicht ausliefern. Das Tribunal könnte gegen sie aber auch in Abwesenheit verhandeln.

23 Menschen getötet

Bei dem Bombenanschlag auf Hariri wurden insgesamt 23 Menschen getötet, darunter ein Selbstmordattentäter. Die Anklageschrift zählt Ergebnisse der sechsjährigen Ermittlungen im Libanon auf. So seien Hariris Wege über mehrere Wochen ausgespäht worden, um die Route seiner Fahrzeugkolonne und den Platz seines Wagens darin herauszufinden. Bei dem Attentat wurden 2500 Kilogramm Sprengstoff gezündet.

In der Präambel der Schrift räumt die Anklage ein, keinen konkreten Beweis für eine direkte Täterschaft der vier Verdächtigen zu haben. Staatsanwalt Daniel Bellemare sagte, mit der Anklage würden «viele Fragen» über den Anschlag beantwortet. «Die ganze Geschichte wird sich aber erst im Gerichtssaal entfalten, in dem ein offenes, öffentliches, faires und transparentes Verfahren zu einem abschliessenden Urteil kommen wird».

(sda/dapd)

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