Zum Hauptinhalt springen

Geldentzug soll Gbagbo in die Knie zwingen

Der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste hat sein Amt noch immer nicht freigegeben. Jetzt steigt der Druck auf dem eigenen Kontinent.

Keine Lösung: Der ivorische Machthaber zusammen mit Kenias Premierminister und Vermittler Raila Odinga.
Keine Lösung: Der ivorische Machthaber zusammen mit Kenias Premierminister und Vermittler Raila Odinga.
Keystone
Die Spannungen nehmen zu: Ein ausgebrannter Lastwagen in Abidjan am 13. Januar 2011.
Die Spannungen nehmen zu: Ein ausgebrannter Lastwagen in Abidjan am 13. Januar 2011.
Keystone
Soldaten bezeugen Gbagbos neuem Verteidigungsminister Alain Dogou am 9. Dezember in Abidjan die Ehre.
Soldaten bezeugen Gbagbos neuem Verteidigungsminister Alain Dogou am 9. Dezember in Abidjan die Ehre.
Reuters
1 / 19

Die westafrikanische Zentralbank hat dem früheren Präsidenten der Elfenbeinküste Laurent Gbagbo den Zugang zu den Staatskonten gesperrt und sich hinter Oppositionskandidaten Alassane Ouattara gestellt. Mit ihrer Entscheidung vom Donnerstag erhöht die Zentralbank den Druck auf Gbagbo und macht es ihm schwieriger die Löhne von Regierungsangestellten und Soldaten zu zahlen. Unterstützer von Ouattara hoffen, dass sich durch das Ausbleiben des Lohns viele Menschen von Gbagbo abwenden.

Während Ouattara international als Sieger der Präsidentschaftswahl anerkannt wurde, kontrolliert Gbagbo noch immer die Sicherheitskräfte. Das ebenfalls von ihm kontrollierte Staatsfernsehen war am Donnerstag ausserhalb von Abidjan kaum noch irgendwo empfangbar.

UNO stellt sich hinter Ouattara

Die UNO-Vollversammlung hat derweil Oppositionskandidat Alassane Ouattara indirekt als rechtmässigen Präsidenten der Elfenbeinküste anerkannt. Das Parlament der 192 UNO-Staaten akzeptierte am Donnerstagabend einstimmig Ouattaras Kandidaten Youssouf Bamba als UNO-Botschafter. Zudem nahm die Vollversammlung ein Papier der Afrikanischen Union zur Kenntnis, das von einer Anerkennung Ouattaras sprach.

Zugleich wurde dem bisherigen Vertreter der Elfenbeinküste bei den Vereinten Nationen, einem Vertrauten des amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo, die Akkreditierung entzogen, wie der Sprecher der Generalversammlung bestätigte.

Oppositionelle verschwinden

Nach Schätzungen der UNO kamen bei den Unruhen in der Elfenbeinküste bislang mehr als 170 Menschen ums Leben. Zudem wurden nach Angaben der stellvertretenden UNO-Menschenrechtskommissarin Kyung Wha Kang mindestens 471 Menschen verhaftet. 90 Menschen seien gefoltert worden, 24 verschwunden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtete, Gbagbos Truppen liessen Anhänger Ouattaras verschleppen. Die Männer würden bei nächtlichen Razzien mitgenommen, erklärte die Organisation in der senegalesischen Hauptstadt Dakar unter Berufung auf mehrere Augenzeugen.

Die Truppen hätten auf Nachfrage keine Angaben über den Verbleib der Menschen gemacht, einige der Verschleppten seien aber später tot mit Schusswunden aufgefunden worden, zitierte HRW die Zeugen.

Blauhelme zum Abzug aufgefordert

Gbagbo liefert sich auch einen Konflikt mit den Vereinten Nationen und will die Friedenstruppen aus dem Land werfen. Mittlerweile sind etwa 10'000 UNO-Blauhelme in dem westafrikanischen Land stationiert.

Die Elfenbeinküste ist der wichtigste Kakaoproduzent der Welt und auf die Einnahmen der Branche angewiesen. Aus Angst vor einem Bürgerkrieg stieg der Preis für ICE-Kakao-Futures zur Lieferung im März am Donnerstag um 1,7 Prozent auf 3022 Dollar je Tonne.

dapd/oku

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch