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Gebäude von Assads Partei unter Granatenbeschuss

Es könnte ein Wendepunkt im syrischen Kampf um die Macht sein: Erstmals haben Aufständische in der Hauptstadt Damaskus mit schweren Waffen eine Zentrale der Baath-Partei angegriffen.

Könnte hinter dem Angriff stehen: Ausschnitt aus einem Video, das angeblich in der Freien Syrischen Armee organisierte Deserteure zeigt.
Könnte hinter dem Angriff stehen: Ausschnitt aus einem Video, das angeblich in der Freien Syrischen Armee organisierte Deserteure zeigt.
AFP

Auf ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind heute Sonntag Anwohnern zufolge mindestens zwei Granaten abgefeuert worden. Es war nicht bekannt, ob Personen zu Schaden kamen. Das Gebäude war offenbar weitgehend leer gewesen. Sicherheitspolizei habe den Platz abgeriegelt, an dem sich die Zentrale der Partei für die Hauptstadt befinde, sagte ein Zeuge, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Der Angriff habe sich kurz vor Morgengrauen ereignet. «Es scheint, als ob jemand dem Regime eine Botschaft schicken wollte», sagte er. Es war der erste Angriff dieser Art in der syrischen Hauptstadt seit die Proteste gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad vor acht Monaten begannen.

Assad will selber ins Feld ziehen

Trotz wachsenden internationalen Drucks hat der syrische Präsident Bashar al-Assad angekündigt, weiterhin mit Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen. Sein Land werde sich nicht fügen. Notfalls werde er selber ins Feld ziehen und bis in den Tod kämpfen. «Der Konflikt wird anhalten und der Versuch Syrien zu unterwerfen wird anhalten», sagte Assad der britischen Zeitung «Sunday Times». Er versichere aber, dass Syrien dem internationalen Druck standhalten und sich nicht fügen werde.

Zugleich warnte er ausländische Staaten vor einer militärischen Intervention in Syrien, da dies ein «Erdbeben» im Nahen Osten auslösen würde. Erneut machte Assad «bewaffnete Terroristen» für die Unruhen in seinem Land verantwortlich. Er widersprach zudem Angaben der UNO, wonach seit Beginn der Proteste im März mehr als 3500 Menschen getötet wurden. Der Präsident sprach vielmehr von 619 Toten.

Frist abgelaufen

Trotz einer Friedensinitiative der Arabischen Liga zur Beendigung des Blutvergiessens waren gestern Samstag nach Oppositionsangaben mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Zudem seien zwei Überläufer aus der Armee bei Zusammenstössen mit syrischen Streitkräften in Homs ums Leben gekommen.

Allein am Freitag waren 25 Zivilisten bei Auseinandersetzungen von Soldaten und bewaffneten Anhängern der Opposition gestorben. Da sich kaum unabhängige Journalisten in dem Land befinden, können Berichte nur schwer verifiziert werden.

Die Arabische Liga hatte Syrien eine Frist bis Mitternacht gesetzt, wonach Assad erste Schritte für ein Ende der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste unternehmen sollte. Dies geschah nicht. Die Liga drohte mit politischen sowie wirtschaftlichen Sanktionen, sollte die Regierung in Damaskus den Friedensplan nicht umsetzen. Die Liga hat Syrien bereits vorübergehend aus dem Verbund ausgeschlossen.

SDA/wid

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