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Gbagbo weist Botschafter von Grossbritannien und Kanada aus

Der eigenmächtig im Amt verbliebene Staatschef der Elfenbeinküste hat den Botschaftern von Grossbritannien und Kanada die Akkreditierung entzogen. Der internationale Druck auf Gbagbo wächst.

Legt sich mit Kanada und Grossbritannien an: Laurent Gbagbo.
Legt sich mit Kanada und Grossbritannien an: Laurent Gbagbo.
Keystone

Gbagbo erkenne den britischen Botschafter Nicholas James Westcott und seine kanadische Kollegin Marie-Isabelle Massip nicht mehr an, hiess es in einer Erklärung, die Regierungssprecher Ahoua Don Mello am Donnerstagabend im staatlichen Fernsehen verlas. Diese Entscheidung sei «in Anwendung des Grundsatzes der Gegenseitigkeit bei diplomatischen Beziehungen» gefällt worden.

Grossbritannien und Kanada hatten Ende Dezember den von Gbagbo ernannten Botschaftern in London und Ottawa ihre Akkreditierungen entzogen. Die Regierungen der beiden Länder erklärten, sie würden nur diplomatische Vertreter der Elfenbeinküste anerkennen, die von Gbagbos Widersacher, dem international anerkannten Wahlsieger Alassane Ouattara, ernannt worden seien.

Um Druck auf Gbagbo auszuüben, hatten Ende vergangenen Jahres alle EU-Staaten beschlossen, künftig nur Botschafter der Elfenbeinküste zu akzeptieren, die von Ouattara entsandt wurden.

Angst vor einem Bürgerkrieg

Die Elfenbeinküste befindet sich in einer schweren politischen Krise. Bei der Präsidentschaftswahl am 28. November erhielt der Oppositionspolitiker Ouattara nach Angaben der unabhängigen Wahlkommission die meisten Stimmen. Der Gbagbo nahestehende Verfassungsrat rief dagegen den Amtsinhaber zum Sieger aus, was international nicht anerkannt wurde. Mitte Dezember kam es erstmals zu blutigen Zusammenstössen zwischen den beiden Lagern, die anhaltende Gewalt schürt Ängste vor einem Bürgerkrieg.

(AFP)

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