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Gazastreifen unter Dauerbeschuss

3000 Menschen demonstrierten im Gazastreifen gegen die Ermordung eines 16-jährigen Jugendlichen. In der Nacht griffen sich Palästinenser und Israelis gegenseitig an.

Nächtliche Vergeltungsschläge: Raketen erhellen den Himmel über dem Gazastreifen. (2. Juli 2014)
Nächtliche Vergeltungsschläge: Raketen erhellen den Himmel über dem Gazastreifen. (2. Juli 2014)
Reuters

Israels Luftwaffe hat in der Nacht zum Donnerstag dutzende Angriffe auf Ziele im Gazastreifen und in Gaza-Stadt geflogen. Dabei wurden nach Angaben palästinensischer Rettungs- und Sicherheitskräfte neun Palästinenser verletzt, einer davon schwer.

Von dem abgeschotteten Küstenstreifen am Mittelmeer waren nach Angaben des israelischen Militärs zuvor zehn Raketen abgeschossen worden, von denen eine in einem Wohnhaus der grenznahen israelischen Stadt Sderot eingeschlagen sei und einen Stromausfall verursacht habe. Innerhalb von 24 Stunden wurden demnach 18 Projektile aus dem Gazastreifen abgeschossen.

3000 Palästinenser demonstrieren

Nach der Ermordung eines palästinensischen Jugendlichen in Ost-Jerusalem hatten am Mittwochabend tausende Demonstranten im Gazastreifen gegen das Verbrechen protestiert. Zu der Massenversammlung, an der laut AFP-Reportern rund 3000 Menschen teilnahmen, hatte die radikalislamische Hamas aufgerufen, die von Israel als Terrororganisation betrachtet wird.

Der ehemalige Hamas-Regierungschef Ismail Hanijeh rief zur Solidarität mit den Palästinensern im besetzten Westjordanland auf und forderte von der internationalen Gemeinschaft, gegen die «Verbrechen» der Israelis vorzugehen.

Am Mittwochmorgen war der 16-jährige Mohammed Abu Chdeir an einer Strassenbahnhaltestelle im arabischen Stadtteil Schuafat in Ost-Jerusalem in ein Auto gezwungen worden, laut Augenzeugen von drei Israelis. Einige Stunden später wurde seine übel zugerichtete Leiche im Westteil der Stadt an einem Waldrand entdeckt.

EU warnt vor Eskalation

Das Verbrechen ereignete sich einen Tag nach der Beerdigung von drei jüdischen Religionsschülern, die ihrerseits im Westjordanland verschleppt und ermordet worden waren. In Jerusalem gab es daraufhin anti-arabische Ausschreitungen rechter Israelis sowie gewaltsame Zusammenstösse zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei.

Die Europäische Union äusserte sich «extrem besorgt über die jüngsten Entwicklungen, die das Risiko einer Eskalation erhöhen». Die Behörde der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton verurteilte die Ermordung des palästinensischen Jugendlichen und forderte, «die Verantwortlichen hinter dieser Tat müssen zur Rechenschaft gezogen werden». US-Aussenminister John Kerry führte ein Krisentelefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und rief beide Seiten dazu auf, «besonnen» zu reagieren und die Täter vor Gericht zu bringen.

AFP/chk

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