Gambischer Präsident klammert sich an sein Amt

22 Jahre lang hat Yahya Jammeh Gambia mit harter Hand regiert. Nach der Wahl am 1. Dezember schien eine Wende zu kommen – doch der alte Präsident beharrt auf seiner Position.

Will bei den Wahlen Unregelmässigkeiten ausgemacht haben: Yahya Jammeh, der Präsident Gambias, bei der Stimmabgabe. (1. Dezember 2016)

Will bei den Wahlen Unregelmässigkeiten ausgemacht haben: Yahya Jammeh, der Präsident Gambias, bei der Stimmabgabe. (1. Dezember 2016)

(Bild: Keystone Jerome Delay)

Der langjährige Präsident Gambias, Yahya Jammeh, will nach der Wahlniederlage nicht auf seinen Posten verzichten. «Hiermit lehne ich die Ergebnisse in ihrer Gesamtheit ab», sagte er am Freitagabend in einer Rede im Staatsfernsehen. Ermittlungen hätten Unregelmässigkeiten bei der Wahl ergeben, die er nicht akzeptieren werde. Im Ausland stiess die Ankündigung auf Ablehnung.

Einige seiner Unterstützer hätten ihre Stimmen nicht abgegeben, erläuterte Jammeh die von ihm angeprangerten Unregelmässigkeiten. Manchen Wählern sei gesagt worden, die Opposition habe bereits gewonnen und sie könnten nichts mehr daran ändern. «Aus Wut gingen sie dann zurück nach Hause», sagte er.

Kritik aus dem Ausland

Seine Erklärung dürfte auf Widerstand in der gambischen Opposition treffen und Zehntausende Gambier entsetzen, die im Exil im Ausland leben. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte die Ankündigung. Dies sei ein unrechtmässiger Versuch, den Willen des Volkes zu untergraben. Die internationale Gemeinschaft, die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft sowie die Afrikanische Union sollten laut dagegen protestieren.

Auch die US-Regierung äusserte sich besorgt. US-Aussenamtssprecher Mark Toner erklärte in einer Mitteilung, Jammehs Ablehnung des Wahlergebnisses sei ein Versuch, unrechtmässig an der Macht zu bleiben. Die Gambier müssten zusammenkommen, um einen friedlichen Wechsel hin zu dem designierten Präsidenten Adama Barrow sicherzustellen.

Dieser hatte vergangene Woche überraschend bei den Präsidentschaftswahlen gewonnen. Danach hatte Jammeh seine Niederlage zunächst eingeräumt und gesagt, er werde das Amt im Januar an Barrow übergeben.

chk/AP

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt