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«Friedenstruppen wären ein schwerer Fehler»

Olivier Roy, Islamexperte und Kenner der arabischen Welt, über die Zeit nach Ghadhafi, die Lust an Rache und das Echo in Syrien.

Professor Roy, welche Szenarien öffnen sich nun in Libyen? Zunächst setzt eine grosse Ungewissheit ein. Es gibt keine feste, vorhersehbare Grösse in der Opposition. Die Koalition besteht aus verschiedenen, zum Teil äusserst unterschiedlichen Bewegungen und Persönlichkeiten. Darum erwarte ich, dass dieses Bündnis nach dem Fall des Regimes sehr schnell Risse bekommen wird. Und dass sich diese Zerwürfnisse mit der Zeit kumulieren werden.

Wie könnte die Entwicklung konkret aussehen? Im besten Fall läuft es so: Die Koalition bildet eine Einheit, stellt eine Übergangsregierung zusammen, die dann Wahlen ausruft. Diese Wahlen würden es ermöglichen, ein repräsentatives Parlament auf die Beine zu stellen, das die wirklich wichtigen Entscheide für die Zukunft Libyens fällt.

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