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Friedensgespräche sollen weitergehen – trotz Eskalation der Gewalt

Die Diplomaten in Genf sind sich einzig darüber einig, dass die Syrien-Verhandlungen in eine dritte Runde gehen sollen. Im Land selber geht das Blutvergiessen unvermindert weiter.

Nach einem Luftangriff des syrischen Regimes auf Aleppo: Ein Mann und seine drei Söhne sitzen am Strassenrand. (14. Februar 2014)
Nach einem Luftangriff des syrischen Regimes auf Aleppo: Ein Mann und seine drei Söhne sitzen am Strassenrand. (14. Februar 2014)
AFP
Ein Kind das beim gleichen Angriff verwundet wurde, wird fortgetragen: Mehr als 130'000 Menschen sollen seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien getötet worden sein. (14. Februar 2014)
Ein Kind das beim gleichen Angriff verwundet wurde, wird fortgetragen: Mehr als 130'000 Menschen sollen seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien getötet worden sein. (14. Februar 2014)
AFP
In Genf stocken derweil die Friedensverhandlungen: Louay Safi, Sprecher der Rebellen-Delegation, an einer Pressekonferenz. (14. Februar 2014)
In Genf stocken derweil die Friedensverhandlungen: Louay Safi, Sprecher der Rebellen-Delegation, an einer Pressekonferenz. (14. Februar 2014)
AFP
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Bei den Friedensverhandlungen in Genf wurden auch am letzten Tag der zweiten Verhandlungsrunde keine Fortschritte erzielt. Die Gespräche hätten wegen der «Kriegslust» der Regierung eine «Sackgasse» erreicht, sagte ein Sprecher der Oppositionsdelegation, Luai Safi. Der stellvertretende syrische Aussenminister Faissal Mekdad warf hingegen der Opposition vor, mit einer «unrealistischen Agenda» an den Verhandlungstisch gekommen zu sein. Allerdings schlossen beide Seiten einen weiteren Verhandlungstag am Samstag nicht aus. Nach Angaben der Opposition soll es auch eine dritte Gesprächsrunde geben. Ein Termin steht aber noch nicht fest.

Auch Russland und die USA machten sich gegenseitig Vorwürfe. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow kritisierte, es gehe Washington bei den Syrien-Friedensgesprächen einzig und allein darum, einen Regimewechsel in Syrien herbeizuführen. US-Aussenminister John Kerry entgegnete, dass das Ziel der Friedensverhandlungen die Einigung auf die Bildung einer Übergangsregierung sei. Lawrow habe mehrere Male neben ihm gestanden, als er dies erklärt habe. Am Donnerstag hatten sich hochrangige US- und russische Vertreter mit dem Sondervermittler Lakhdar Brahimi getroffen, um die stockenden Gespräche wieder in Schwung zu bringen.

Evakuierung von Homs gestoppt

Die Vereinten Nationen haben derweil die Evakuierung der belagerten syrischen Stadt Homs vorläufig ausgesetzt. Zunächst müsse die Regierung über das Schicksal von mehr als 200 Männern im «kampffähigen Alter» entscheiden, sagte UN-Mitarbeiter Matthew Hollingworth. Hollingworth sagte, die UN würden eine weitere Evakuierung in Erwägung ziehen, sobald die Fälle der festgehaltenen Männer bearbeitet seien. In der vergangenen Woche waren rund 1400 Menschen aus Teilen von Homs in Sicherheit gebracht worden, die von Rebellen im Kampf gegen die Regierung gehalten werden. Unter ihnen waren rund 400 Männer im Alter zwischen 15 und 55 Jahren.

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad betrachtet männliche Syrer in diesem Alter als potenzielle Kämpfer. Sie müssen sich einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen, ehe sie freigelassen werden. Hollingworth erklärte, die Männer würden derzeit in einer Schule in Homs festgehalten und befragt. Auch UN-Personal sei dabei zugegen.

250'000 Menschen sitzen fest

Die wenn auch kleinen Fortschritte für die Menschen in Homs stehen nach den Worten der UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in keinem Verhältnis zu den Leiden der Gesamtbevölkerung. Fast 250'000 Menschen sässen weiterhin in belagerten Städten oder Vierteln fest, sagte sie in New York. Sie hatte bereits vor 14 Monaten auf die schwierige Situation in Homs hingewiesen. «Wir können nicht weitere 14 Monate warten, um wieder 1400 Menschen zu retten. Millionen Menschen in Syrien leiden ärgste Not», mahnte sie. Amos forderte die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Waffenruhen zu ermöglichen und Hilfsorganisationen Zugang zu den Menschen vor Ort zu verschaffen.

Die UNO warnte zudem vor einer neuen Flüchtlingswelle in den Libanon. Es gebe Anzeichen, dass die Armee eine Grossoffensive auf die Rebellenhochburg Jabrud vorbereite, sagte ein UNO-Sprecher. Etwa 600 Familien seien bereits aus der 50'000-Einwohner-Stadt auf halbem Weg zwischen Damaskus und Homs ins libanesische Arsal geflohen.

Dem syrischen Bürgerkrieg, der im März 2011 mit einem Aufstand gegen die Assad-Regierung begann, sind bislang mehr als 130'000 Menschen zum Opfer gefallen. Am Freitag wurden bei einem Bombenanschlag vor einer Moschee im Süden des Landes möglicherweise mehr als 30 Menschen getötet, wie das oppositionsnahe Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte mitteilte.

SDA/ldc

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