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Flüchtlinge brauchen 1,5 Milliarden Euro für den Winter

Fast die Hälfte aller Syrer befindet sich inzwischen auf der Flucht. Das Flüchtlingshilfswerk der UNO wirft der Weltgemeinschaft vor, zu versagen.

6,5 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht: Kinder in einem Flüchtlingslager im syrischen Idlib. (5. Juli 2014)
6,5 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens auf der Flucht: Kinder in einem Flüchtlingslager im syrischen Idlib. (5. Juli 2014)
Khalil Ashawi, Reuters

Die Situation der Bürgerkriegsflüchtlinge in Syrien spitzt sich laut den Vereinten Nationen (UNO) dramatisch zu. Inzwischen sei fast die Hälfte aller Syrer wegen der Gewalt auf der Flucht oder aus den Heimatorten vertrieben worden.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR geht nach neuesten Zahlen von drei Millionen Flüchtlingen im Ausland aus. 6,5 Millionen Menschen seien innerhalb Syriens auf der Suche nach Sicherheit. Unter den entwurzelten Menschen seien ganz viele Kinder, teilte das Flüchtlingshilfswerk in Genf mit.

«Es ist zu wenig»

«Die Krise in Syrien ist zum grössten humanitären Notfall unserer Zeit geworden, aber die Welt versagt dabei, den Menschen und den Ländern, in die sie flüchten, zu helfen», sagte der UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres. Selbst grosszügige Angebote reichten nicht aus.

«Die bittere Wahrheit ist, es ist zu wenig», sagte Guterres. Zu den bisher gespendeten 3,1 Milliarden Euro würden zusätzlich bis Jahresende noch einmal 1,5 Milliarden Euro gebraucht, um die Flüchtlinge durch den Winter zu bringen.

Totale Erschöpfung

Laut UNHCR passieren die Menschen die Grenzen immer öfter total erschöpft, im Schockzustand, völlig verängstigt und ohne Ersparnisse. Die meisten seien seit mindestens einem Jahr auf einer Odyssee von Dorf zu Dorf gewesen, bevor sie sich endgültig zur Flucht entschlossen haben.

Die Flucht selbst werde immer schwerer. Die Familien würden gezwungen, die Grenzposten zu bestechen oder Menschenschmuggler zu bezahlen.

Grösstes Projekt bisher

Inzwischen lebten im Libanon 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge, in der Türkei 815'000, in Jordanien 600'000. Dort explodierten in einigen Regionen die Lebensmittelpreise, koste ein Brot mehr als zehnmal so viel wie vor einem Jahr, berichtete die UNO weiter. Die Hilfsoperation sei inzwischen das grösste Projekt in der 64-jährigen Geschichte des Flüchtlingshilfswerks.

Die Staatsführung unter Präsident Bashar al-Assad versucht seit mehr als drei Jahren, einen Aufstand niederzuschlagen. Im Bürgerkrieg sind nach UNO-Erkenntnissen etwa 200'000 Menschen getötet worden. Menschenrechtler werfen den Regierungstruppen und Rebellen wie dem Islamischen Staat Kriegsverbrechen vor.

SDA/mw

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