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Europa hat es in der Hand­

Die Erzfeinde Saudiarabien und Iran werden nicht freiwillig von ihren Positionen im Syrienkrieg abrücken. Es braucht Druck. Europa kann ihn an der Syrienkonferenz ausüben.

Immerhin, erstmals haben sowohl der saudische ­Aussenminister als auch jener aus dem Iran an Syriengesprächen teilgenommen. Die beiden Regionalmächte führen in Syrien einen Stellvertreterkrieg: Teheran auf der Seite Bashar al-Assads, Riad auf jener der Rebellen. Fatal ist allerdings, dass es sich längst auch um einen Konfessionskrieg zwischen Sunniten und Schiiten handelt. Umso schwieriger wird es, einen Kompromiss zu finden: Die Saudis beharren darauf, dass Assad geht, die Iraner, dass er bleibt.

Freiwillig werden die beiden Erzfeinde kaum von ihren Positionen abrücken. Da braucht es Druck von aussen. Die Möglichkeit dazu besteht: Kein Land hat 2014 mehr Waffen eingekauft als Saudiarabien, vor ­allem aus Amerika und Grossbritannien, aber auch aus Frankreich, Schweden, Deutschland und der Schweiz. Die USA sind für ein Embargo gegen den strategischen Alliierten kaum zu haben. In Europa aber ist wegen der Flüchtlingskrise der Handlungsdruck grösser. Nach Jahren als Zuschauer drängt man nun auf eine politische Lösung. Gratis aber gibt es die nicht, sie muss bezahlt werden, etwa mit dem Verzicht auf den Waffenexport nach Saudiarabien. Die Saudis würden ein Embargo ­zumindest in den kommenden Jahren spüren, da ihre Waffensysteme made in Europe nicht umgehend durch amerikanische ersetzt werden könnten.

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