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«Er lebt, er lebt! Gott ist gross!»

Ein Amateurvideo zeigt die letzten Minuten des US-Botschafters Chris Stevens. Eine Gruppe von Libyern versuchte ihm nach der Attacke in Benghazi das Leben zu retten. Vergeblich: Offenbar starb er an einer Rauchvergiftung.

Die Hilfe kam zu spät: Soldaten tragen den Sarg mit dem verstorbenen Botschafter aus einem Flugzeug in Maryland. (14. September 2012)
Die Hilfe kam zu spät: Soldaten tragen den Sarg mit dem verstorbenen Botschafter aus einem Flugzeug in Maryland. (14. September 2012)
AFP

Das Amateurvideo, das am Sonntag im Internet auftauchte, zeigt angeblich, wie libysche Männer den leblosen Körper von Botschafter Chris Stevens aus einem Fenster der amerikanischen Botschaft in Benghazi tragen. Die Szene ereignete sich, nachdem militante Islamisten die Botschaft beschossen und niedergebrannt hatten. Bei dem Angriff am 11. September wurden Stevens und drei weitere Amerikaner getötet.

Zuerst hiess es, Stevens sei erschossen worden. Mittlerweile geht man aber davon aus, dass er an einer Rauchvergiftung starb. Das Amateurvideo stützt diese Vermutung, denn der Körper, den die Menge aus dem Gebäude hievt, ist nicht gezeichnet von einer Verletzung. Obwohl die Qualität des Videos zu schlecht für eine eindeutige Identifizierung des Botschafters ist, spricht einiges für seine Echtheit. So decken sich die Vorgänge im Video mit früheren Augenzeugenberichten.

«Zur Seite, zur Seite, er lebt noch!»

Die «New York Times» hat das Video analysiert und die Dialoge ins Englische transkribiert. Die Übersetzung zeigt, dass die beteiligten Personen keine bösen Absichten hatten:

«Ich schwöre, er ist tot», sagt ein Libyer, der in den Raum blickt.

«Bring ihn raus, Mann! Bring ihn raus!», sagt ein anderer.

«Der Mann lebt. Aus dem Weg!» schreien andere. «Bringt ihn raus.»

«Zur Seite, zur Seite, er lebt noch!»

«Er lebt, er lebt! Gott ist gross!» bricht es aus der Menge heraus. Jemand verlangt nach einem Auto. Botschafter Stevens wurde in der Folge in ein Krankenhaus gefahren, in welchem die Ärzte vergeblich versuchten, ihn wiederzubeleben.

USA glauben an spontane Aktion

Die genaue Identität der Angreifer und ihre Motivation sind nach wie vor ungeklärt. Gegenwärtig scheint es so, dass der Angriff auf die Botschaft mit einem spontanen Protest gegen den islamfeindlichen Film eines amerikanischen Regisseurs begann, wie Susan Rice, US-Botschafterin bei der UNO, erläutert: «Wir glauben, dass bewaffnete Extremisten zu den spontanen Protesten dazustiessen und die Situation eskalierte.»

Die USA glaubten nicht daran, dass der Angriff von langer Hand vorbereitet gewesen sei, sagte Rice. «Ob die Angreifer Verbindungen zu al-Qaida haben, ob sie libysche Extremisten sind, oder ob sie al-Qaida selber sind, müssen wir noch herausfinden.»

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