Emirate sollen Katar-Krise mit Hackerangriff ausgelöst haben

US-Geheimdienstler haben eine neue Version für den Anfang der Blockadepolitik Saudiarabiens und seiner Verbündeten gegen den kleinen Nachbarn.

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Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind einem amerikanischem Medium zufolge verantwortlich für einen Hackerangriff auf Katar, der die jüngste diplomatische Krise in der Golfregion auslöste. Hochrangige VAE-Regierungsvertreter diskutierten die Cyberattacke einen Tag vor der Ausführung.

Es sei dabei unklar, ob die VAE den Angriff selbst vorgenommen oder in Auftrag gegeben hätten, berichtete die «Washington Post» am Sonntag unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter. Die Geheimdienstler hätten in der vergangenen Woche vom Vorgang Kenntnis gewonnen.

Botschaft in den USA dementiert

Die Botschaft der Emirate in den USA wies den Bericht der «Washington Post» auf Twitter umgehend als falsch zurück. Das Land spiele bei dem in dem Artikel beschriebenen mutmasslichen Hackerangriff keine Rolle.

Wahr sei vielmehr, dass Katar Extremisten von den Taliban bis hin zur Hams finanziere und unterstütze. Das US-Aussenministerium lehnte eine Stellungnahme zum Zeitungsbericht ab.

Emir von Katar lobte angeblich Hamas

In der mutmasslichen Falschmeldung im Mai hatte es geheissen, das Staatsoberhaupt von Katar, Emir Tamim bin Hamad Al-Thani, habe den Iran als islamische Macht bezeichnet und die Hamas gelobt. Das hatte den diplomatischen Bruch befeuert. Saudiarabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten vor rund fünf Wochen alle Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade über das Land verhängt. Sie werfen dem Emirat die Unterstützung von Terrorgruppen und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran vor.

Anfang Juni hatte der Sender CNN allerdings berichtet, russische Hacker hätten möglicherweise die staatliche Nachrichtenagentur von Katar gehackt und mit einer Falschmeldung zur diplomatischen Krise unter den Golfstaaten beigetragen. Das Ziel Russlands sei es offensichtlich, einen Keil zwischen die USA und ihre Verbündeten zu treiben. (fal/sda)

Erstellt: 17.07.2017, 07:40 Uhr

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