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«Ein grosser Tag für den afrikanischen Kontinent»

Die Afrikanische Union hat eine neue Stimme – und zum ersten Mal eine weibliche. Nkosazana Dlamini-Zuma wurde zur neuen Präsidentin des Staatenbundes gewählt. Ein grosser Schritt für die Frauen des Kontinents.

Die erste Frau an der Spitze der Afrikanischen Union: Die 63-jährige Nkosazana Dlamini-Zuma nach ihrer Wahl. (16. Juli 2012)
Die erste Frau an der Spitze der Afrikanischen Union: Die 63-jährige Nkosazana Dlamini-Zuma nach ihrer Wahl. (16. Juli 2012)
Keystone
Die 63-Jährige ist südafrikanische Innenministerin: Nkosazana Dlamini-Zuma in Addis Ababa. (15. Juli 2012)
Die 63-Jährige ist südafrikanische Innenministerin: Nkosazana Dlamini-Zuma in Addis Ababa. (15. Juli 2012)
AFP
Der Ex-Mann der neuen AU-Präsidenten: Der südafrikanische Staatschef Jacob Zuma. (14. Juli 2012)
Der Ex-Mann der neuen AU-Präsidenten: Der südafrikanische Staatschef Jacob Zuma. (14. Juli 2012)
Reuters
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Erstmals wird die Afrikanische Union (AU) von einer Frau geführt. Südafrikas Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma setzte sich auf dem AU-Gipfel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am Sonntagabend gegen Amtsinhaber Jean Ping durch.

Dlamini-Zuma wurde im vierten Wahlgang an die Spitze der Kommission des Staatenbundes gewählt. In drei Wahlgängen lag die 63-Jährige jeweils vor dem Gabuner Ping, der seit 2008 Präsident der Kommission war. Allerdings konnte sie nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit von 34 Ländern hinter sich bringen.

Eine Stimme für Afrika

Nach dem dritten Wahlgang zog sich Ping schliesslich zurück, beim vierten Wahlgang erhielt Dlamini-Zuma dann die Zustimmung von 37 Staaten, also drei mehr als notwendig. Bereits im Januar hatten Dlamini-Zuma und Ping ohne Ergebnis um die Präsidentschaft gerungen.

Die nunmehr erfolgte Wahl von Dlamini-Zuma zur Kommissionschefin für vier Jahre wurde von vielen Gipfelteilnehmern mit Erleichterung registriert. «Afrika ist zurück», sagte Benins Präsident Boni Yayi: «Es ist ein grosser Tag für den afrikanischen Kontinent, es gibt keine Sieger und keine Verlierer.» Afrika spreche mit einer Stimme.

Die Wahl sei «gut für Afrika», sagte auch Südafrikas Präsident Jacob Zuma, der Ex-Gatte von Dlamini-Zuma. Die 63-Jährige selbst betonte die Bedeutung ihrer Wahl für die Emanzipation der Frauen in Afrika: «Es ist wichtig, dass Frauen sich für solche Positionen bewerben. ... Frauen müssen standhaft bleiben, bis sie gewinnen.»

Spitzentreffen stimmt optimistisch

Zum Abschluss der Konferenz ging es am Montag in nicht öffentlichen Sitzungen nach Aussagen von Diplomaten vor allem um die weitere wirtschaftliche Integration des Kontinents sowie die Krisengebiete Afrikas. Die AU will möglichst umgehend in Mali und in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) intervenieren.

Bei den Friedensbemühungen gab es auch erste Ergebnisse. Der Sudan und der Südsudan wollen ihren Konflikt über Öl und Grenzziehung friedlich beilegen. Dies hatten die Präsidenten Omar al-Baschir und Salva Kiir bei ihrem Treffen am Rande des AU-Gipfels betont.

Beide Länder hätten versichert, «nie wieder Differenzen mit Gewalt lösen zu wollen und gegenseitig die Souveränität und territoriale Integrität anzuerkennen», sagte der Vorsitzende der AU- Kommission für Frieden und Sicherheit, Ramtane Lamamra.

Ägyptens Präsident wieder anwesend

Die AU forderte die Rückkehr Malis zur verfassungsmässigen Ordnung. Die Militärjunta müsse abdanken und eine «Regierung der nationalen Einheit» gebildet werden, damit die Spaltung des Landes verhindert und die Ordnung im Norden Malis wiederhergestellt werden könne. Dort dominieren islamistische Gruppen und Tuareg-Rebellen.

Der stellvertretende UNO-Generalsekretär Jan Eliasson warnte vor einer drohenden Hungersnot in Mali. Angesichts der Rebellen-Offensiven in Kongo plädiert die AU für eine neue internationale Friedenstruppe. Diese soll vor allem von Einheiten der Staaten in der Region gebildet werden.

Erstmals seit 1995 kam mit Präsident Mohammed Mursi das Staatsoberhaupt Ägyptens zum AU-Gipfel. Der frühere Präsident Hosni Mubarak hatte sich nach einem Attentatsversuch beim Gipfel 1995 geweigert, an solchen Treffen - früher der Organisation afrikanischer Staaten (OAS), heute der AU - teilzunehmen. «Ägypten wird alle seine Ressourcen nutzen, um die Integration Afrikas zu einem gemeinsamen Markt zu unterstützen», sagte Mursi.

SDA/wid

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