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Diktatorendämmerung

Kaum ein Land hat sich nicht schon an Muammar al-Ghadhafi gerieben, zuletzt die Schweiz in der Geiselaffäre. Und immer ist es so, dass der scheinbar erratisch taktierende «Oberst» seine Gegner narrt mit seinen inszenierten Auftritten und Empfängen im Beduinenzelt. Seit 41 Jahren herrscht der Mann, der den Kult um seine Person ins Groteske trieb und sich viele Titel verlieh: Unter anderem kennt man ihn als «König der afrikanischen Könige». An die Macht gelangte er mit einem Putsch und veredelte den Aufstieg mit einer «Revolution», deren sozialistischer und panarabischer Ideologie sich die Libyer mit Leib und Seele verschreiben mussten. Wer die Revolution kritisiert, dem droht die Todesstrafe. Lebenslängliche Haft steht auf die Publikation von Informationen, die den Ruf des Landes und des Revolutionsführers besudeln. Die Geschäfte des mit Erdöl gesegneten Staates verwaltet Ghadhafi über seine Stiftungen und Investitionsfirmen. Und er verbittet sich alle Fragen dazu, wie er das tut. (om)
Er war ein Held, 1980, als Zimbabwe unabhängig wurde. Nach zehn Jahren im Kerker der rhodesischen Rassisten und einem langen Bürgerkrieg wurde Robert Mugabe der erste Premier seines Landes. Er galt als Hoffnungsträger, sein Land als Musterstaat. Nach nur zwei Jahren verwandelte sich Dr. Jekyll jedoch in Mr. Hyde: Aus dem hochgebildeten Befreiungskämpfer wurde ein brutaler Diktator, der 20 000 Regierungsgegner niedermetzeln liess. Seither hat Mugabe die Kornkammer Zimbabwe in ein Armenhaus verwandelt. Die weissen Farmer, Rückgrat der Wirtschaft, vertrieb er. Dann verfolgten, verprügelten und töteten seine Schergen jeden Kritiker, zuletzt die Anhänger des Gewerkschafters Morgan Tsvangirai. Nun aber soll der alte Mann schwer erkrankt sein. Mugabes Generäle wollen alles daran setzen, damit Gegenspieler Tsvangirai nicht Präsident wird. Jährlich trainieren sie 300 000 Milizionäre, die Mugabes Lager an der Macht halten sollen. Mit den Methoden von Mr. Hyde. (chm)
Islam Karimow: ein sowjetischer Republik-Parteichef, der sich über den Zerfall der UdSSR hinweggerettet hat. Der Waisenjunge aus Samarkand galt als korrupt, aber auch als Wirtschaftsliberaler. 1990 schlug er sich auf die Seite der Unabhängigkeitsbewegung. 1991 erklärte er Usbekistan für unabhängig, und die Usbeken machten ihn in ziemlich freien Wahlen zum Präsidenten. Usbekistan war eine Vielvölkerrepublik, die Hauptstadt Taschkent eine quirlige Metropole, in der man nach dem Freitagsgebet saufen ging. Islamische Fundamentalisten gab es keine. Gleichwohl machte Karimow gegen sie mobil. Damit trieb er die Opposition geradezu in den Islamismus. Nach 9/11 verschärfte er die Repression. Die USA drückten um ihrer Luftwaffenbasen willen beide Augen zu. In den Gefängnissen wird routinemässig gefoltert, die Presse ist geknebelt. Die Miliz hat mehrfach Protestierende massakriert. Wahlen sind manipuliert. Und wichtige Firmen werden von Karimows Familie kontrolliert. (nh)
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Die verschiedenen Wege der Diktatur

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