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Die USA frieren Besitztümer der Gbagbo-Familie ein

Die USA erlassen Sanktionen gegen den abgewählten Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo. Derweil weigern sich Kanada und Grossbritannien ihre Botschafter zurückzuziehen.

Keine Lösung: Der ivorische Machthaber zusammen mit Kenias Premierminister und Vermittler Raila Odinga.
Keine Lösung: Der ivorische Machthaber zusammen mit Kenias Premierminister und Vermittler Raila Odinga.
Keystone
Die Spannungen nehmen zu: Ein ausgebrannter Lastwagen in Abidjan am 13. Januar 2011.
Die Spannungen nehmen zu: Ein ausgebrannter Lastwagen in Abidjan am 13. Januar 2011.
Keystone
Soldaten bezeugen Gbagbos neuem Verteidigungsminister Alain Dogou am 9. Dezember in Abidjan die Ehre.
Soldaten bezeugen Gbagbos neuem Verteidigungsminister Alain Dogou am 9. Dezember in Abidjan die Ehre.
Reuters
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Wie das Finanzministerium in Washington mitteilte, sei es allen US-Bürgern ab sofort verboten, Geschäfte mit Gbagbo, seiner Frau sowie drei seiner engen Vertrauten zu machen. Auch wurden alle Besitztürmer der Gruppe in den USA eingefroren, hiess es am Donnerstag. Die fünf Personen bedrohten die Friedensbemühungen und die nationale Aussöhnung in der Elfenbeinküste, meinte das Finanzministerium. Ziel sei, Gbagbo und seine Verbündeten finanziell zu isolieren und zum Aufgeben zu bewegen, hiess es in Washington.

Zuvor hatte Gbagbo den Botschaftern Kanadas und Grossbritanniens die Akkreditierungen entzogen. Dies sei die Antwort auf ähnliche Schritte der kanadischen und britischen Regierungen Ende Dezember, berichtete der britische Sender BBC am Donnerstagabend aus Abidjan. Beide Länder unterstützen Oppositionsführer Alassane Ouattara, der als Sieger aus der Präsidentschaftswahl im November hervorgegangen ist.

Kanada und Grossbritannien wiesen die Aufforderung postwendend zurück. «Kanada erkennt die Regierung von Laurent Gbagbo nicht an, also ist die Aufforderung zum Abzug unseres Botschafters aus der Elfenbeinküste unwirksam», erklärte der kanadische Aussenminister Lawrence Cannon laut einem Sprecher. Auch eine Sprecherin des Aussenministeriums in London sagte, die britische Regierung habe Ouattara als den demokratisch gewählten Präsidenten der Elfenbeinküste anerkannt. «Sie erkennt Stellungnahmen Anderer nicht als gültig an.»

Weitere Zusammenstösse

Seit nahezu sechs Wochen beanspruchen beide Politiker das Präsidentenamt für sich. Ouattara, der von der unabhängigen Wahlkommission zum Sieger erklärt wurde, wird von der internationalen Gemeinschaft als rechtmässiger Präsident anerkannt. Gleichzeitig nehmen die Spannungen zwischen den Anhängern im Innern des Landes zu. So berichtete die BBC am Donnerstagabend von Zusammenstössen im Westen. Dabei seien mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen.

Die gewalttätigen Auseinandersetzungen etwa 300 Kilometer westlich der Hafenstadt Abidjan seien in einem ethnisch gemischten Gebiet nahe der seit dem Bürgerkrieg bestehenden Grenze zwischen Norden und Süden der Elfenbeinküste ausgebrochen.

Die UNO befürchte, dass nach den Zwischenfällen in der Region um Duekoue der Machtkonflikt zwischen Gbagbo und Ouattara auf weitere Landesteile übergreift. Ausser rivalisierenden Milizen sollen sich auch Söldner aus dem benachbarten Liberia in dem Gebiet aufhalten. Im Norden, dem einstigen Rebellengebiet, leben die meisten Anhänger Ouattaras, während im Süden Gbagbo mit Loyalität rechnen kann. Nach UNO-Angaben kamen bereits mehr als 200 Menschen in dem Machtkonflikt ums Leben.

(SDA)

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