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Die Trockenübung

«Day Zero» fällt vorerst aus: Dank radikaler Wassersparmassnahmen können sich die 4 Millionen Einwohner von Kapstadt in die nächste Regenzeit retten.

Einsatz gegen Wasserverschwendung: In einem Armenviertel in Kapstadt vertreibt die Polizei Autowäscher. Foto: Morgana Wingard (Getty Images)
Einsatz gegen Wasserverschwendung: In einem Armenviertel in Kapstadt vertreibt die Polizei Autowäscher. Foto: Morgana Wingard (Getty Images)

Es ist 11.21 Uhr, als Officer Wayne Petersen einen schlimmen Verdacht hat. Er steuert sein Polizeiauto zu einem Park im Süden von Kapstadt, zu einem kleinen Stück Rasen, umgeben von den hohen Mauern und Zäunen der Reichen. «Sieht verdächtig aus», sagt Petersen, er öffnet die Wagentür und läuft zu einem Wasserschlauch, der auf dem Rasen liegt, er scheint irgendwo aus der Erde zu kommen. Vier weitere Polizeiautos treffen ein, 17 Beamte starren den Wasserschlauch an, einer bohrt seinen Finger in die Erde, sie ist noch feucht. Wayne Petersen (55) beginnt sofort, nach Zeugen für dieses mutmassliche Verbrechen zu suchen. Die Nachbarn werden befragt, Spuren gesichert, der kleine Park ist nun ein Tatort. «Haben Sie etwas bemerkt, haben Sie gesehen, dass dort jemand den Rasen gewässert hat», fragt Wayne Petersen ein weisses Ehepaar. Die beiden schütteln den Kopf.

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