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«Die Muslimbrüder können politische Verbündete werden»

Warum der Westen auf die Muslimbrüder setzt, was das Militär zu sagen hat und was Israel vom neuen Präsidenten zu erwarten hat, sagt der Ägypten-Kenner Stephan Roll im Redaktion Tamedia-Interview.

Sprach sich für den Frieden aus: Der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi während seiner Ansprache am Fernsehen. (24. Juni 2012)
Sprach sich für den Frieden aus: Der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi während seiner Ansprache am Fernsehen. (24. Juni 2012)
Keystone
Feuerwerk und Freudentaumel: Jubelnde Menschen im Zentrum von Kairo. (24. Juni 2012)
Feuerwerk und Freudentaumel: Jubelnde Menschen im Zentrum von Kairo. (24. Juni 2012)
Reuters
Auch Frauen machen mit: Eine Anhängerin Shafiks an der Demonstration gegen die Muslimbrüderschaft. (23. Juni 2012)
Auch Frauen machen mit: Eine Anhängerin Shafiks an der Demonstration gegen die Muslimbrüderschaft. (23. Juni 2012)
Reuters
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Herr Roll, salopp gesagt: Da haben westliche Politiker die letzten 10 Jahre immer wieder erklärt, wie schrecklich die Muslimbrüder und Islamisten überhaupt sind. Und nun ist mit Mohammed Mursi ein Islamist Präsident Ägyptens und die EU und die USA gratulieren zur Wahl. Was steckt hinter diesem Meinungsumschwung?

Erst einmal hat der politische Umschwung in der Region gezeigt, dass wir viel zu lange auf vermeintliche Stabilität gesetzt und damit Stagnation unterstützt haben. Mittlerweile haben viele Politiker verstanden, dass es nichts bringt, gegen den Willen der Bevölkerung die eigenen Interessen durchzusetzen. Kommt hinzu, dass die Islamisten tatsächlich nicht so schlimm sind, wie wir dies mit unserer westlicher Brille immer wahrgenommen haben. Die Muslimbrüder haben sich seit Jahren von der Gewalt abgekehrt.

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