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Die Kurden fürchten auch die türkische Armee

Ankaras Idee, jenseits der Grenze eine Pufferzone einzurichten, macht die syrischen Kurden misstrauisch.

Die Türkei könnte nun ihre Armee nach Syrien schicken, das Parlament in Ankara hat der Regierung und den Generälen freie Hand gegeben. Würden türkische Panzer den Grenzzaun zum Nachbarland niederwalzen, wäre wohl schnell Schluss mit dem IS-Extremisten-Spuk um die syrische Kurdenstadt Kobani. Vermutlich aber wird genau das nicht passieren.

Weil dies die Kurden von Kobani gar nicht wollen. Im türkischen Parlament hat die Kurdenpartei BDP, die gute Drähte zu den syrischen Kurden hat, gegen eine türkische Kriegsbeteiligung gestimmt. Die Kurden fürchten die türkische Armee nicht weniger als die säbelschwingenden Islamistenhorden. Ankaras Idee, jenseits der Grenze eine Pufferzone einzurichten, macht sie misstrauisch. Die Kurden würden türkische Soldaten nicht als Befreier, sondern als Besatzer verstehen. Und die türkische Regierung hat derzeit auch kein Interesse daran, den vor knapp zwei Jahren begonnenen Friedensprozess mit den Kurden im eigenen Land scheitern zu lassen. Der Preis dafür wäre viel zu hoch.

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