Zum Hauptinhalt springen

Die Illusion von der arabischen Revolution

Ägyptische Politiker und Generäle wollen die Macht nicht freiwillig abgeben.

Wahlen vor der Kulisse des Aufruhrs: Die Armee will in Kairo mit Stacheldraht Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten verhindern.
Wahlen vor der Kulisse des Aufruhrs: Die Armee will in Kairo mit Stacheldraht Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten verhindern.
Reuters

85 Millionen Ägypter müssten in diesen Tagen vor Glück strahlen: Nach 30 Jahren Diktatur soll eine freie Parlamentswahl endlich den Wählerwillen widerspiegeln. Denn der Neuzeit-Pharao Hosni Mubarak hatte seine korrupten Tempeldiener alle bisherigen Urnengänge fälschen lassen.

Die Ägypter strahlen aber nicht. Ein Teil steht zornig auf Kairos Tahrir-Platz oder schreit in Alexandria und Suez: «Nieder mit den Militärherrschern. Eine Zivilregierung, sofort.» Andere fragen sich, ob die eigene Stimme das Risiko wert ist, vor dem Wahllokal in eine Strassenschlacht zu geraten. Auf ihre verrufene Polizei setzen sie dabei nicht. Selbst die Richter, die die Korrektheit und Fairness bei der Stimmabgabe überwachen sollen, sind skeptisch und schätzen die Situation realistisch ein: Sie machen ihr Kommen davon abhängig, dass der Staat für sie eine Versicherung für Leib und Leben abschliesst.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.