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«Die Gefahr eines Militärputsches ist noch nicht gebannt»

Wie dramatisch die Lage in Kairo und was von den Islamisten zu erwarten ist und weshalb sich der Westen anders als bei Hosni Mubarak zurückhält, erklärt Politikwissenschaftler Florian Kohstall.

Geplantes Treffen mit den Konfliktparteien abgesagt: Panzer bewachen immer noch den Präsidentenpalast in Kairo. (12. Dezember 2012)
Geplantes Treffen mit den Konfliktparteien abgesagt: Panzer bewachen immer noch den Präsidentenpalast in Kairo. (12. Dezember 2012)
Reuters
Gespaltenes Land: Zwei Soldaten der Republikanischen Garden stehen Wache vor einem Graffito, der rechts je eine Gesichtshälfte des Feldmarschalls Hussein Tantawi und des ehemaligen Machthabers Hosni Mubarak zeigt. Hinten links der neue Präsident Mohammed Mursi. (11. Dezember 2012)
Gespaltenes Land: Zwei Soldaten der Republikanischen Garden stehen Wache vor einem Graffito, der rechts je eine Gesichtshälfte des Feldmarschalls Hussein Tantawi und des ehemaligen Machthabers Hosni Mubarak zeigt. Hinten links der neue Präsident Mohammed Mursi. (11. Dezember 2012)
Reuters
Auch die Gegenseite ist auf die Strasse gegangen: Anhänger Mursis demonstrieren vor dem Präsidentenpalast in Kairo. (23. November 2012)
Auch die Gegenseite ist auf die Strasse gegangen: Anhänger Mursis demonstrieren vor dem Präsidentenpalast in Kairo. (23. November 2012)
Keystone
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Herr Kohstall, gestern Mittwoch ist in Kairo die Gewalt zwischen Islamisten und Liberalen eskaliert, es gab Tote. Wie dramatisch ist die Lage vor Ort?

Politisch ist die Lage auf jeden Fall dramatisch. Es erwartet jeder, dass etwas passiert. Gestern kam es zu den ersten richtigen gewalttätigen Ausschreitungen zwischen den Anhängern und Gegnern von Präsident Mohammed Mursi. Es ist eine direkte Folge seiner Erklärung, mit der er sich umfassende Macht verliehen hat, und der hastigen Verabschiedung des Verfassungsentwurfs, der jetzt zum Referendum vorgelegt werden soll. Je näher der Termin des Referendums rückt, desto angespannter wird die Lage.

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