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Die Bombe explodierte beim Abendgebet

Bei einem Selbstmordanschlag in einer Moschee in Damaskus sind mindestens 42 Menschen gestorben. Unter den Toten befindet sich ein wichtiger und landesweit bekannter Unterstützer Präsident Assads.

Die Moschee war voller Menschen: Der Pult des getöteten Geistlichen Scheich Mohammed Said Ramadan al Buti. (21. März 2013)
Die Moschee war voller Menschen: Der Pult des getöteten Geistlichen Scheich Mohammed Said Ramadan al Buti. (21. März 2013)
Reuters

Bei einem Selbstmordanschlag in einer Moschee im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen, darunter ein bekannter sunnitischer Geistlicher. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, als sich der Attentäter heute Abend in der Eman-Moschee im Stadtteil Masraa in die Luft sprengte, wie das Staatsfernsehen berichtete. Die Bombe explodierte während des Abendgebets, als das Gotteshaus voller Menschen war.

Unter den Toten ist der Geistliche Scheich Mohammed Said Ramadan al Buti, ein bekennender Anhänger des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Der 84-Jährige ist in Syrien für seine Predigten bekannt, die in den vergangenen Monaten jede Woche live im Fernsehen übertragen wurden. Nach dem Anschlag zeigte das Fernsehen Bilder von verletzten Menschen und leblosen Körpern auf dem blutüberströmten Fussboden der Moschee. Sirenen der Rettungskräfte waren zu hören. Das Militär riegelte die Moschee ab.

Im Süden des Landes setzten die Aufständischen ihre Kämpfe gegen die Truppen von Präsident Assad fort und nahmen ein Dorf am Rande der Golanhöhen an der Grenze zu Israel ein. Die Kämpfe in der Ortschaft Arnabe seien intensiver geworden, teilte das in London ansässige syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte mit. Bei den seit Mittwoch anhaltenden Gefechten wurden demnach mindestens sieben Menschen getötet. Zahlreiche Bewohner der Gegend um die Stadt Kneitera flohen den Angaben zufolge vor der Gewalt.

Twitterkonto der BBC geknackt

Wenn die Rebellen die Grenzregion zu Israel komplett unter ihre Kontrolle bringen, könnte das islamistischen Kämpfern als Zugangstor dienen und die Gefahr einer Ausweitung des Bürgerkriegs über die Landesgrenzen hinaus verstärken. Israel hat angekündigt, sich nicht in den Konflikt einmischen zu wollen. Sporadische Granatbeschüsse aus Syrien hat das Militär mehrfach erwidert.

Anhänger Assads knackten unterdessen das Twitterkonto des Wetterdienstes der britischen BBC und veröffentlichten dort politische und antisemitische Mitteilungen. Der Sender bestätigte den Vorfall und teilte mit, zahlreiche Mitarbeiter hätten «Phishing-Mails» bekommen, mit denen die Benutzer durch das Klicken auf falsche Links ausgespäht werden sollen. Die Hacker bezeichneten sich als Mitglieder der sogenannten Elektronischen Syrischen Armee. Die Gruppe ist unter anderem für Angriffe auf die Webseite des Fernsehsenders al-Jazeera verantwortlich.

Assad räumt grosse Verluste ein

Präsident Assad hat derweil bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte erstmals eingeräumt, dass der Bürgerkrieg das ganze Land erfasst hat. Während eines Treffens mit Angehörigen getöteter Schulkinder in Damaskus sagte Assad: «Ganz Syrien ist heute verletzt.»

«Es gibt im ganzen Land niemanden, der nicht einen Verwandten verloren hat, einen Bruder, den Vater oder die Mutter», sagte Assad. «Aber nichts ist so schlimm wie der Verlust eines Sohnes. Dennoch darf das, was uns widerfährt, uns nicht schwächen.»

SDA/rbi

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