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Der Wiederaufbau dauert 20 Jahre

50 Tage dauerte der jüngste Gaza-Konflikt. Seine Spuren werden noch Jahrzehnte sichtbar sein. Experten präsentieren eine erste Bilanz.

Die Verwüstung ist gross: Gaza-Stadt am 6. August 2014.
Die Verwüstung ist gross: Gaza-Stadt am 6. August 2014.
AFP
Palästinenser begutachten eine aus der Luft bombardierte Moschee. (30. Juli 2014)
Palästinenser begutachten eine aus der Luft bombardierte Moschee. (30. Juli 2014)
AP Photo/Lefteris Pitarakis
Eine Palästinenserin läuft durch ein verwüstetes Quartier in Shejaiya. (20. Juli 2014)
Eine Palästinenserin läuft durch ein verwüstetes Quartier in Shejaiya. (20. Juli 2014)
Mahmud Hams, AFP
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Der Wiederaufbau des Gazastreifens könnte 20 Jahre dauern, das schätzen Spezialisten der Organisation Shelter Cluster in einem Bericht. 17'000 Wohnungen in dem Küstenstreifen seien im jüngsten Gazakrieg zerstört oder schwer beschädigt worden. Weitere 5000 Wohnungen seien nach den vorangegangenen militärischen Auseinandersetzungen noch nicht wieder hergestellt worden.

Darüber hinaus fehlen in dem Küstenstreifen mit 1,8 Millionen Einwohnern laut Shelter Cluster 75'000 Wohnungen. Viele Wohngebäude seien zudem heruntergekommen oder vernachlässigt.

Einfuhr von Baumaterial streng begrenzt

Shelter Cluster wird vom norwegischen Flüchtlingsrat, den Vereinten Nationen und dem Roten Kreuz geleitet. Seine Experten gingen bei ihrer Einschätzung für die Dauer des Wiederaufbaus davon aus, dass täglich 100 Lastwagen mit Baumaterial von Israel über die Grenze nach Gaza kommen können.

Allerdings hat Israel die Einfuhr von Beton und anderen Baustoffen streng begrenzt weil es fürchtet, das Militante daraus Raketen oder Tunnel bauen, die unter der Grenze hindurch nach Israel führen. Jerusalem äusserte sich zunächst nicht zu möglichen Erleichterungen.

Geberkonferenz steht noch nicht

Im jüngsten Gazakrieg sind mehr als 2100 Palästinenser und 71 Israelis getötet worden. Radikale Palästinenser schossen Tausende Raketen auf den Süden Israels. Israel antwortete mit heftigen Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Seit dem 26. August gilt eine unbefristete Waffenruhe.

Palästinensische Stellen schätzen die Kosten des Wiederaufbaus in Gaza auf umgerechnet etwa 4,6 Milliarden Euro. Ägypten und Norwegen haben vorgeschlagen, im September eine Geberkonferenz für den Wiederaufbau einzuberufen. Es gab aber noch keine festen Vereinbarungen dazu. Nach den Vorstellungen von Grossbritannien, Frankreich und Deutschland soll eine internationale Einrichtung die Einfuhr von Gütern nach Gaza überwachen.

SDA/ldc

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