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Der Schweizer im Kriegsgebiet

Mitten im blutigen Konflikt ist IKRK-Präsident Peter Maurer für drei Tage in den Südsudan gereist.

Im Südsudan ist keine Waffenruhe in Sicht: IKRK-Präsident Peter Maurer (r.).
Im Südsudan ist keine Waffenruhe in Sicht: IKRK-Präsident Peter Maurer (r.).
Keystone

Im Südsudan zeichnet sich trotz aller Friedensbemühungen weiter kein Ende der schweren Krise ab. Erst gestern haben sich Regierungstruppen und Rebellen heftige Kämpfe um die wichtige Ölregion um die Regionalhauptstadt Bentiu geliefert. Die Vereinten Nationen sprachen von anarchischen Szenen vor Ort.

Angesichts des schweren Konflikts ist Peter Maurer in das umkämpfte Land gereist. Während dreier Tage hat sich der Präsident des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) einen Überblick über die Situation vor Ort gemacht. «Am meisten beeindruckt hat mich die grosse Anzahl der Menschen, die aus ihren Häuser flüchten mussten, nun im Freien campieren und auf Hilfe warten», sagt er im Interview mit Radio SRF. Die Spitäler seien überfüllt, und ständig würden neue Verletzte eingeliefert. Man sei bemüht, den Vertriebenen sowie den Verletzten bestmögliche Hilfe zu leisten.

Gespräche mit beiden Parteien

Das IKRK ist seit Jahren im ganzen Südsudan präsent und hat viel Geld in dortige Hilfsprojekte investiert. «In der jetzigen Krise sind wir nahe bei den Konfliktgrenzen und haben Leute dort platziert, wo es zu den Kämpfen kommt», sagt er. Bei seinem Besuch hat Maurer Gebiete beider Konfliktparteien besucht: «Mit dem Helikopter bin ich von Ort zu Ort geflogen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dabei war ich auch in von der Opposition kontrollierten Gebieten.» Das IKRK stehe mit beiden Seiten in Kontakt.

Verglichen mit Konflikten in anderen Ländern beurteilt Maurer den Einsatz des IKRK im Südsudan als einfach. «Die Regierung ermöglicht uns gute Arbeitsbedingungen», sagt er. Die Hilfsorganisation habe im ganzen Land eine grosse Akzeptanz.

Politische Gefangene

Der Hilfseinsatz des IKRK wird wohl noch eine Weile dauern. Ein Waffenstillstand ist nicht in Sicht. Die Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba treten auf der Stelle.

Ein Sprecher der Armee von Staatschef Salva Kiir sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Militär sei nah an die von Aufständischen gehaltene Hauptstadt des Bundesstaats Unity herangerückt. In der Region liefern sich beide Seiten seit Tagen schwere Gefechte.

Erschwert werden die Gespräche durch die Weigerung der südsudanesischen Regierung, politische Gefangene aus den Reihen ihrer Gegner freizulassen. Die Rebellen werfen dem Nachbarland Uganda zudem vor, die Regierungstruppen militärisch zu unterstützen.

(SDA)

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