Zum Hauptinhalt springen

Der Ingenieur des Pharaos

Die marode Infrastruktur hemmt die Entwicklung Ägyptens. Bauingenieur Hany Azer, der ein Leben lang Grossprojekte in Deutschland betreut hat, soll Abhilfe schaffen.

Der Suezkanal wird ausgebaut: Durch Tunnel darunter sollen bald Züge und Autos fahren. Foto: Kristian Helgesen (Bloomberg)
Der Suezkanal wird ausgebaut: Durch Tunnel darunter sollen bald Züge und Autos fahren. Foto: Kristian Helgesen (Bloomberg)

Diese Hände können Tunnel graben. Hany Azer wickelt ein Blatt Papier zu ­einer Rolle. «Das ist die Tunnelbohr­maschine», sagt er und legt den Kopf zur Seite. «Die ist rund wie eine Blechdose. Wenn sich die Dose durch den Untergrund frisst, dann berührt die Aussenwand den Boden», erklärt er und schiebt die Rolle langsam durch die linke Hand. «Dann bauen wir Segmente aus Stahl­beton ein», fährt er fort, und die Rechte greift zum Kugelschreiber auf dem Tisch. «Wenn die Dose weiterfährt, bleibt eine Lücke zwischen Beton und Tunnel.» Die Spitze des Kulis fährt den Spalt zwischen Hand und Papierrolle ab. «Der Zwischenraum ist so gross, wie das Blech von der Dose dick ist», sagt er und blickt über seine Brillengläser hinweg, um sicherzugehen, dass der Zuhörer ihm folgen kann. «Das verpressen wir mit Mörtel.» Jetzt strahlt er, die Augen leuchten. Kunstpause. «Ring-Spalt-Verpressung», er betont jedes Wort einzeln.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.