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Der grüne Faktor

Der Westen wundert sich ob dem Wahlerfolg von Ennahda. Doch die Stärke der Islamisten kann sich im politischen Alltag auch schnell abnützen.

Einzelne Tunesier vermuten hinter dem Erdrutschsieg der islamistischen Partei einen Wahlbetrug: Junge Demonstrantin in Tunis. (24. Oktober 2011)
Einzelne Tunesier vermuten hinter dem Erdrutschsieg der islamistischen Partei einen Wahlbetrug: Junge Demonstrantin in Tunis. (24. Oktober 2011)
AFP
Grosser Triumph: Anhängerinnen der gemässigten islamistischen Partei Ennahda feiern in Tunis den Wahlsieg. (26. Oktober 2011)
Grosser Triumph: Anhängerinnen der gemässigten islamistischen Partei Ennahda feiern in Tunis den Wahlsieg. (26. Oktober 2011)
Keystone
Die Freude ist gross: Der Wahlsieg treibt feiernde Anhänger auf die Strassen von Tunis. (25. Oktober 2011)
Die Freude ist gross: Der Wahlsieg treibt feiernde Anhänger auf die Strassen von Tunis. (25. Oktober 2011)
Amine Landoulsi, Keystone
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Demokratie ist, wenn das Volk regiert, wenn es wählen kann, wenn es frei dabei ist. In Tunesien haben die Bürger zum ersten Mal in ihrer Geschichte frei gewählt. Und sie haben euphorisch gewählt: 80 Prozent nahmen teil. Ein mächtiges Bekenntnis zur Demokratie nur zehn Monate nach dem Sturz von Zine al-Abidine Ben Ali, dem Herrscher, der sich jeweils mit Prozentsätzen nahe der Perfektion küren liess: 99,27 Prozent (1989), 99,91 Prozent (1994), 99,45 Prozent (1999), 94,49 Prozent (2004), 89,62 Prozent (2009). Man muss diese surreale Zahlenreihe eine Weile auf sich wirken lassen, um sich vorstellen zu können, wie es für die Tunesier war, frei wählen zu dürfen. Ein Fest, eine zweite nationale Befreiung.

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