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Der fromme Reformer

Er war sittenstreng. Dennoch galt der verstorbene König Abdullah als «progressiver als die Mehrheit der Saudis».

Der beliebte Monarch ist tot: König Abdullah. (29. Oktober 2007)
Der beliebte Monarch ist tot: König Abdullah. (29. Oktober 2007)
Reuters
Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, doch er war bereits 80, als er den Thron bestieg: König Abdullah in London. (30. Oktober 2007)
Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, doch er war bereits 80, als er den Thron bestieg: König Abdullah in London. (30. Oktober 2007)
Reuters
Hand in Hand: Der frühere US-Präsident George W. Bush und der saudiarabische König in Texas. (23. Januar 2015)
Hand in Hand: Der frühere US-Präsident George W. Bush und der saudiarabische König in Texas. (23. Januar 2015)
Keystone
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König Abdullah bin Abdul Asis Al-Saud gehört zu den beliebtesten Monarchen in der Geschichte des islamischen Königreichs Saudiarabien. Seine Popularität dürfte neben dem harten Durchgreifen der Polizei auch dazu beigetragen haben, dass es während des Arabischen Frühlings von 2011 in dem islamischen Königreich nur wenige Protestaktionen gab.

Obwohl der König als fromm und sittenstreng galt und als junger Mann kaum westlichen Einflüssen ausgesetzt war, sagte man ihm in seinen letzten Lebensjahren nach, er sei «progressiver als die Mehrheit der Saudis». Gegen den Willen einflussreicher Islam-Gelehrter gründete er 2009 die König-Abdullah-Universität (KAUST), in der Frauen und Männer gemeinsam studieren und forschen.

2013 ernannte er erstmals Frauen zu Mitgliedern des Schura-Rates (eine Art Parlament ohne Gesetzgebungskompetenz). Der beduinischen Tradition entsprechend, pflegte König Abdullah den direkten Dialog mit seinen Untertanen. Viele Saudis, die sich von der Justiz ungerecht behandelt fühlten, wandten sich mit Petitionen an ihn. Einige von ihnen hatten damit Erfolg.

Abdullah ist einer der Söhne des Staatsgründers König Abdul Asis (Ibn Saud). Er soll nach unterschiedlichen Angaben 1923 oder 1924 zur Welt gekommen sein. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt. Kronprinz Abdullah war also schon über 80 Jahre alt, als er im August 2005 nach dem Tod von König Fahd den Thron bestieg.

Erzfeind Ghadhafis

Als Kronprinz hatte er König Fahd, der in seinen letzten zehn Lebensjahren sehr krank war, schon oft bei internationalen Konferenzen und Staatsbesuchen vertreten. Aus dieser Zeit stammt eine persönliche Feindschaft mit dem 2011 gestürzten libyschen Diktator Muammar al-Ghadhafi. Der König und der libysche Oberst warfen sich beim Arabischen Gipfel 2009 in aller Öffentlichkeit Schimpfwörter an den Kopf.

Die Saudis schätzten an Abdullah, dass er – im Gegensatz zu anderen Mitgliedern des Königshauses – kein verschwenderisches Luxusleben führte. Ausserdem erntete er mit seinen verschiedenen Vermittlungsbemühungen und Initiativen viel Lob.

2002 präsentierte König Abdullah in Beirut eine Nahost-Friedensinitiative, die von allen arabischen Staaten akzeptiert wurde. Er versuchte, im Machtkampf zwischen den rivalisierenden Palästinenserfraktionen Fatah und Hamas zu vermitteln. Auch sorgte er für eine Annäherung zwischen den arabischen Golfstaaten und dem Iran.

Gespräch mit dem Papst

Im November 2008 reiste Abdullah, der den Titel «Hüter der heiligen Stätten von Mekka und Medina» trug, zu einem Gespräch mit Papst Benedikt XVI. in den Vatikan.

Unter seiner Führung wurde Saudiarabien ab 2013 zum wichtigen Unterstützer des Aufstandes gegen das syrische Regime von Präsident Bashar al-Assad. An der Seite der USA beteiligt sich Saudiarabien zudem an Luftschlägen gegen Stellungen des Islamischen Staates (IS) in Syrien. Die Anti-IS-Koalition, der neben westlichen Ländern auch zehn arabische Staaten angehören, war Anfang September auf einem Gipfeltreffen im saudischen Dschidda geschmiedet worden.

Innenpolitisch bemühte er sich um eine Nachfolgeregelung, die Grabenkämpfe innerhalb der Herrscherfamilie verhindern soll. Kronprinz ist seit 2012 sein Halbbruder Salman.

(SDA)

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