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Das grosse Aufrüsten am Persischen Golf

Der Streit um das iranische Atomprogramm spitzt sich zu. Teheran und Washington lassen sich zu Machtdemonstrationen verleiten: Der Iran testet neue Langstreckenraketen, die USA weiten die Militärpräsenz aus.

Ist 50 Kilometer breit und nicht mehr als 60 Meter tief: Die Strasse von Hormus ist das Nadelöhr des Ölhandels.
Ist 50 Kilometer breit und nicht mehr als 60 Meter tief: Die Strasse von Hormus ist das Nadelöhr des Ölhandels.
Reuters
Seit dem 1. Juli ist ein Ölembargo der EU gegen den Iran in Kraft: Eine Ölraffinereie im Süden des Irans.
Seit dem 1. Juli ist ein Ölembargo der EU gegen den Iran in Kraft: Eine Ölraffinereie im Süden des Irans.
Keystone
Dabei handelt es sich um eine Zeremonie in Gedenken an den Absturz eines iranischen Flugzeugs vor 24 Jahren, das aus Versehen durch die US-Navy abgeschossen wurde.
Dabei handelt es sich um eine Zeremonie in Gedenken an den Absturz eines iranischen Flugzeugs vor 24 Jahren, das aus Versehen durch die US-Navy abgeschossen wurde.
AFP
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Die USA haben ihre Truppenpräsenz in der Region am Persischen Golf offenbar deutlich erhöht, wie die «New York Times» heute berichtete. Der Iran feuerte währenddessen bei einem Militärmanöver dutzende Raketen ab, die bis nach Israel reichen könnten.

Die US-Marine verlegte der «New York Times» zufolge Minenräumboote und zusätzliche Kampfflugzeuge in den Persischen Golf. Damit solle die Entschlossenheit der USA bekräftigt werden, Israel vor einem Angriff zu schützen und die für Öltransporte genutzte Meerenge von Hormus freizuhalten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ranghohe Regierungsvertreter. «Die Botschaft ist: Denkt gar nicht erst dran», zitierte das Blatt einen Vertreter des Pentagon. «Denkt gar nicht erst dran, die Meerenge zu schliessen.»

Politiker wollen das Nadelöhr schliessen

Der Iran hatte vor wenigen Monaten mit einer kompletten Blockade der Strasse von Hormus gedroht, sollte der Westen weitere Sanktionen im Atomstreit verhängen. Zum 1. Juli trat ein Ölembargo der Europäischen Union gegen den Iran in Kraft. Als Reaktion wollen Parlamentarier in Teheran nun iranischen Medienberichten zufolge ein Gesetz auf den Weg bringen, das Öltransporte in Richtung Europa durch die Strasse von Hormus verbietet.

Die Meerenge ist mit einer Breite von gerade einmal 50 Kilometern an der schmalsten Stelle das Nadelöhr des Ölhandels. Durch den strategisch wichtigen Wasserweg zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman laufen rund 35 Prozent des per Schiff abgewickelten Ölhandels weltweit. Zahlreiche Golfstaaten sind vom Ölexport über diese Seestrasse abhängig.

Dutzende Raketen in der Kawrir-Wüste abgefeuert

Iranische Revolutionswächter feuerten am Dienstag iranischen Medien zufolge am zweiten Tag ihrer Übung in der Kawir-Wüste «dutzende» Raketen ab, darunter Schahab-3-Raketen mit einer Reichweite von bis zu 2000 Kilometern. Israel liegt etwa 1000 Kilometer vom Iran entfernt. Als Ziel habe die Nachbildung einer Armeebasis gedient, die den US-Stützpunkten in der Region ähnlich gesehen habe.

Es seien Raketen mit einer Reichweite von bis zu 2000 Kilometern getestet worden, doch das Ziel sei gewesen, sie höchstens 1300 Kilometer weit zu schiessen, sagte der iranische Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh laut der Nachrichtenagentur Fars. Die Nachrichtenagentur Irna meldete, bei der Übung hätten zudem sieben «Angriffsdrohnen» Ziele zerstört, die «feindliche Kräfte von ausserhalb der Region» darstellten. Bis zum Abschluss des Manövers am Mittwoch sollen laut Irna auch zwei Typen von Kurzstreckenraketen auf Ziele vor der Südküste des Iran getestet werden.

UNO-Vertreter verhandeln mit Teheran

Der Iran hatte am Montag mit der Militärübung begonnen. Die Agentur Irna zitierte die Nummer Zwei der Revolutionswächter, Hossein Salami, mit den Worten, das Manöver «Grosser Prophet 7» solle die «Entschlossenheit» des iranischen Volkes demonstrieren, «seine nationalen Interessen zu verteidigen».

Der Abschuss der Schahab-3-Rakete, die bereits in früheren Übungen getestet wurde, erfolgte am selben Tag, an dem in Istanbul Vertreter der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands auf Expertenebene mit Teheran über das Atomprogramm verhandelten. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft eine Atombombe zu bauen.

AFP/fko

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