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«Da passierte so viel in seinem Gesicht»

Sein Video eines geretteten Jungen aus Aleppo ging um die Welt. Für den Journalisten Mustafa al-Sarout sind die Bilder traurige Realität. Auch Aussenminister Didier Burkhalter ist berührt.

Ein Video zeigt den Schrecken des Krieges in Syrien.

Das Bild des Jungen, der nach einem Luftangriff auf Aleppo aus den Trümmern eines zerbombten Hauses gerettet wurde, bewegt weltweit. Auch der Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter nimmt dazu Stellung: «Für diesen kleinen Jungen hat sich die Kindheit verflüchtigt», sagt er im «Blick». «Ich würde diesen kleinen Jungen gerne an der Hand nehmen und ihm Hoffnung schenken.» Er selbst habe in Jordanien kleine Kinder gesehen, die vom Krieg flüchten mussten.

Dass das Bild um die Welt geht, damit hat der Journalist, der die Rettung gefilmt hatte, nicht gerechnet. «Ich habe so viele Kinder gesehen, die aus Trümmern gerettet wurden, aber dieses Kind war so unschuldig. Es hatte keine Ahnung, was geschehen war», erzählt Mustafa al-Sarout dem britischen «Guardian».

«Die Schwächsten leiden am meisten»

«Diese Kinder werden jeden Tag bombardiert. Das ist keine Ausnahme», erzählt er. Er habe schon so oft nach Luftangriffen fotografiert, doch «da passierte so viel in seinem Gesicht, das Blut und der Staub, und das in diesem Alter».

Das Bild zeige, dass «die Schwächsten und Wehrlosesten in diesem Konflikt am meisten leiden», sagt IKRK-Chef Peter Maurer gegenüber SRF. Die Momentaufnahme verkörpere die Realität, mit der die humanitären Helfer in Syrien seit fünf Jahren lebten. «Wenn das Bild dazu beiträgt, ein breiteres Publikum dafür zu sensibilisieren, dass die Kosten des Konflikts jetzt endgültig zu hoch sind, hilft das tatsächlich.»

Wieder bei seinen Eltern

Das Video des kleinen Jungen hatte die Aufmerksamkeit auf das Leiden der Bevölkerung im syrischen Bürgerkrieg gelenkt. Das Bild zeigt Omran am Mittwochabend nach dem Bombardement von Katerdschi, einem von Rebellen kontrollierten Viertel von Aleppo.

Viele Medien verbreiteten das Bild, im Kurznachrichtendienst Twitter wurden das Foto und das Leid der syrischen Zivilbevölkerung unter dem Hashtag #Omran diskutiert.

Mittlerweile sei der nur leicht verletzte Omran zurück bei seinen Eltern, berichtete der Fotograf Mahmud Raslan, der die Familie besuchte. Ihm zufolge ist der Junge vier Jahre alt. Andere Aktivisten beziffern das Alter des Kindes auf fünf.

Die Eltern und alle vier Kinder seien bei dem Angriff unter Trümmern begraben, aber gerettet worden, so der Fotograf. Eine Stunde nach dem Angriff sei das gesamte Gebäude eingestürzt.

sda/afp/ij

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