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Britische Eliteeinheit hilft Rebellen angeblich bei der Ghadhafi-Jagd

Von Muammar Ghadhafi fehlt seit der Einnahme von Tripolis vor einer Woche immer noch jede Spur. Gemäss einem Bericht sollen die Rebellen bei der Suche von westlichen Spezial-Einheiten unterstützt werden.

Seine Missionen werden in der Regel geheim gehalten: Soldaten des britischen Special Air Service bei einem Einsatz in Afghanistan. (Archivbild)
Seine Missionen werden in der Regel geheim gehalten: Soldaten des britischen Special Air Service bei einem Einsatz in Afghanistan. (Archivbild)
Keystone
Evakuierung von britischen Staatsangehörigen aus Beirut, 2006: SAS-Soldaten bereiten den Helikopter vor.
Evakuierung von britischen Staatsangehörigen aus Beirut, 2006: SAS-Soldaten bereiten den Helikopter vor.
Reuters
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An der Suche nach dem langjährigen libyschen Machthaber Muammar al-Ghadhafi ist einem Fernsehbericht zufolge eine britische Eliteeinheit beteiligt. Eine grosse Zahl von Angehörigen des SAS (Special Air Service) nutze dabei auch Schiffe, die vor der Küste des nordafrikanischen Landes vor Anker lägen, berichtete gestern der britische Fernsehsender ITV News. Ein kleineres SAS-Team agiere von der Rebellenhochburg Benghazi aus.

Das Verteidigungsministerium in London wollte sich zu dem Bericht nicht äussern. Bereits in der vergangenen Woche hatte ein AFP-Reporter berichtet, dass britische und auch französische Kräfte in Zivil seit mehreren Wochen zur Unterstützung der libyschen Rebellen im Osten des Landes im Einsatz sind. Ghadhafi hält sich seit gut einer Woche versteckt.

Familie in Algerien

Von Ghadhafi selbst fehlt seit der Einnahme der libyschen Hauptstadt Tripolis vor einer Woche durch die Rebellen jede Spur. Seine Frau Saifa sowie seine drei Kinder Aisha, Hannibal und Mohamed konnten sich bereits nach Algerien absetzen. Algier betont jedoch, die Familienmitglieder Ghadhafis aus «rein humanitären Gründen» aufgenommen zu haben.

Einem Medienbericht zufolge hat Algerien das Einreise-Gesuch von Muammar al-Ghadhafi ignoriert. Ghadhafi habe versucht, den algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika telefonisch zu erreichen, doch dieser habe sich geweigert, den Anruf entgegenzunehmen, berichtete die französischsprachige Zeitung «El-Watan» am Mittwoch auf ihrer Internetseite.

Libyscher Aussenminister verhaftet

Die libyschen Rebellen haben nach eigenen Angaben den Aussenminister des Regimes von Muammar al-Ghadhafi gefangen genommen. Ein Berater im Innenministerium der Übergangsregierung, Ahmed Said, bestätigte die Festnahme. Vor einer Woche hatte Aussenminister Abdul Ati al Obeidi im britischen Sender Channel 4 erklärt, die 42-jährige Herrschaft Ghadhafis sei vorüber.

Konferenz zur Zukunft Libyens in Paris

In Paris treffen sich heute derweil Unterstützer der Übergangsregierung in Libyen. Der Übergangsrat der Rebellen soll seine Pläne für die Zukunft des Landes und den Bedarf an Hilfen darlegen.

Die Konferenz beginnt um 17 Uhr. Auch Russland und China sind in Paris vertreten. Die beiden Länder waren gegen den Nato-Militäreinsatz, der entscheidend zum Sturz von Machthaber Muammar al-Ghadhafi beitrug.

Allein die Nothilfe in dem kriegszerstörten Land dürfte nach den Berechnungen des Übergangsrates, der Libyen in den nächsten acht Monaten führen will, fünf Milliarden Dollar ausmachen. Und dann muss die neue Führung auch noch die Gehälter der Beamten zahlen, eine neue Polizei und einen Justizapparat aufbauen.

Mehrere Milliarden deblockiert

Geld dafür ist eigentlich genug vorhanden, da die Ghadhafi-Regierung Milliarden auf ausländischen Konten liegen hatte. Dem Übergangsrat gelang es bereits im Vorfeld der Konferenz, einen Teil der von der UNO gesperrten Gelder freizubekommen.

Mehrere Milliarden Dollar wurden in den USA, Italien und Grossbritannien deblockiert. Frankreich gibt 1,5 Milliarden an gesperrten libyschen Vermögenswerten frei.

Die Situation in dem nordafrikanischen Land habe sich grösstenteils stabilisiert und es sei an der Zeit, der Übergangsregierung nach dem Sturz von Muammar al-Ghadhafi zu helfen, sagte Aussenminister Alain Juppé dem Radiosender RTL. Insgesamt liegen bei französischen Banken gesperrte Vermögenswerte von 7,6 Milliarden Euro.

AFP/mrs

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