Bomben fallen auf vier IS-Stellungen bei Kobane

Die heftigen Kämpfe um die Kurden-Stadt Kobane halten an. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan warnt derweil: «Wenn man unseren Soldaten auch nur ein Haar krümmt, wird sich schlagartig alles ändern.»

Mindestens 35 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind durch Luftangriffe der USA und ihrer arabischen Verbündeten in Syrien getötet worden. Fünf der Jihadisten seien bei Bombardements nahe der kurdischen Enklave Kobane in Nordsyrien getroffen worden, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte weiter.

30 weitere Kämpfer wurden demnach bei mehreren Luftangriffen in der Provinz Hasaka im Nordosten von Syrien getötet. Daneben soll auch Kampfmaterial des IS zerstört worden sein. Die Angriffe sollen gegen mindestens vier Ziele im Süden und Osten der Stadt an der Grenze zur Türkei gerichtet gewesen sein. Die Angaben der Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS) haben die Stadt im syrischen Kurdengebiet umstellt. Sowohl die Beobachtungsstelle als auch ein Aktivist in Kobane zählten mindestens 80 Geschosse, die die IS-Kämpfer auf die Stadt abgefeuert hatten.

Eine IS-Offensive zur Einnahme der Stadt sei am Abend aber von kurdischen Kämpfern und deren arabischen Verbündeten abgewehrt worden, sagte der Augenzeuge. Morgen gab es aber erneut Anzeichen heftiger Kämpfe in Kobane.

Drastische Worte von Erdogan

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan warnte die IS-Kämpfer vor einem Angriff auf das Grabmahl von Suleiman Schah. Das Mausoleum für den Grossvater von Osman I., dem Begründer des Osmanischen Reiches, liegt in Syrien, gehört aber zum türkischen Territorium und wird von 40 türkischen Soldaten bewacht.

«Wenn man unseren Soldaten auch nur ein Haar krümmt, wird die Türkei mit ihrer Armee das Notwendige tun und schlagartig wird sich alles ändern», sagte Erdogan.

Das Parlament in Ankara hatte die Regierung ermächtigt, mit ihrer Armee auf syrisches und irakisches Territorium einzumarschieren.

Erdogan forderte erneut die Einrichtung einer Schutzzone für Flüchtlinge innerhalb Syriens. Insgesamt sind mehr als 1,5 Millionen Menschen vor dem Bürgerkrieg in Syrien in die Türkei geflohen. Nach Angaben der türkischen Regierung flüchteten allein knapp 190'000 Menschen innerhalb weniger Tage vor dem IS-Vormarsch auf Kobane in die Türkei.

bru/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt