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Boko Haram greift mit Panzerfäusten an

Vergangene Woche noch hatte Präsident Buhari erklärt, die Terroristen seien im Prinzip besiegt. Nun schlagen diese in einer Grossstadt mit voller Wucht erneut zu.

Zum ersten Mal seit Monaten hat die Terrorgruppe Boko Haram wieder die nordostnigerianische Grossstadt Maiduguri angegriffen. Mindestens 29 Menschen seien bei mehreren Anschlägen getötet, 88 weitere verletzt worden, teilte das Militär am Montag mit. Es werde befürchtet, dass die Opferzahl weitaus höher liege. Islamistische Extremisten hätten mit Panzerfäusten geschossen, berichteten Augenzeugen. Zwei Attentäterinnen sprengten sich demnach selbst in die Luft.

Der Angriff scheint eine Antwort auf die Erklärung von Präsident Muhammadu Buhari vergangene Woche zu sein, nach der Boko Haram «im Prinzip» geschlagen und nur noch fähig sei, Selbstmordanschläge auf sogenannte weiche Ziele zu verüben.

Zwei Attentäterinnen töten Frauen und Kinder

Nigerianische Truppen hätten zehn Selbstmordattentäter «abgefangen und zerstört», berichtete die Behörde PRNigeria, die Nachrichten der Regierung verbreitet. Die Soldaten hätten die Terroristen auf den vermuteten Routen in die Stadt in einen Hinterhalt gelockt und sie an drei verschiedenen Orten von ihren Taten abgehalten, hiess es unter Verweis auf Militärangaben.

Extremisten hätten wahllos von drei Lastwagen um sich geschossen, berichtete der Augenzeuge Bulama Isa. Soldaten hätten versucht, sie zurückzudrängen. Als dann Menschen geflüchtet seien, habe eine Frau in dem Dorf Duwari ausserhalb von Maiduguri behauptet, ein Opfer der Boko Haram zu sein. Nachdem sich Menschen um sie herum versammelt hätten, habe sie sich mitten in der Familie von Isa in die Luft gesprengt. Auch eine zweite Frau zündete daraufhin ihren Sprengstoffgürtel. Zehn Kinder seien unter den Toten, sagten die Anwohner Ahmed Bala und Umar Ibrahim.

Die Facharzt-Klinik der Stadt berichtete, mindestens 20 Leichen seien über Nacht angekommen, Dutzende Verletzte seien im kritischen Zustand, überwiegend handele es sich um Kinder und Frauen. Für viele seien die Überlebenschancen gering.

2,3 Millionen Menschen auf der Flucht

Maiduguri liegt im Staat Borno und ist der Geburtsort von Boko Haram. Die Gruppierung radikalisierte sich zunehmend, nachdem Sicherheitskräfte sie im Jahr 2009 angegriffen hatten. 700 Menschen wurden damals getötet.

Das Gebiet, in dem die Angriffe stattfanden, befindet sich in der Nähe der Giwa-Kaserne. Dabei handelt es sich um eine grosse Militärbasis, die bereits in der Vergangenheit häufiger von Boko Haram attackiert wurde. Im Januar 2014 konnte die Gruppe hier Hunderte Gefangene befreien. Dem nigerianischen Militär wird von Menschenrechtsgruppen vorgeworfen, in dem Stützpunkt Tausende Häftlinge getötet zu haben.

Die nigerianische Regierung hat in jüngster Vergangenheit davon berichtet, sie habe die Terrorgruppe zuletzt immer besser in den Griff bekommen. In dem Konflikt mit Boko Haram sind in den vergangenen sechs Jahren rund 200'00 Menschen getötet worden. Rund 2,3 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.

AP/afo/rub

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