BND warnt vor Saudiarabien

Die konservative Regionalmacht spielt laut dem deutschen Geheimdienst eine «destabilisierende Rolle» in der arabischen Welt.

«Impulsive Interventionspolitik»: Der neue Verteidigungsminister Mohammed bin Salman (13. Oktober 2015)

«Impulsive Interventionspolitik»: Der neue Verteidigungsminister Mohammed bin Salman (13. Oktober 2015)

(Bild: Keystone)

Der BND sorgt sich um Saudiarabien. Die «bisherige vorsichtige diplomatische Haltung» älterer Führungsmitglieder der Königsfamilie werde durch eine «impulsive Interventionspolitik» ersetzt.

So heisst es in einer Analyse des deutschen Auslandsnachrichtendienstes. Vor allem die Rolle des neuen Verteidigungsministers und Sohns von König Salman, Mohammed bin Salman, wird vom deutschen Auslandsgeheimdienst kritisch gesehen.

Bereit für «militärische, finanzielle und politische Risiken»

Die wirtschafts -und aussenpolitische Machtkonzentration auf den saudischen Vize-Kronprinzen berge «latent die Gefahr, dass er bei dem Versuch, sich zu Lebzeiten seines Vaters in der Thronfolge zu etablieren, überreizt» heisst es weiterhin.

Mit seinem Militäreinsatz im Jemen wolle Saudiarabien beweisen, dass es bereit sei, beispiellose «militärische, finanzielle und politische Risiken einzugehen, um regionalpolitisch nicht ins Hintertreffen zu geraten», schreibt der BND.

Das Land beteiligt sich seit Ende März an einer internationalen Koalition zur Unterstützung der jemenitischen Regierung gegen Rebellen. In diesem Rahmen fliegt Saudiarabien auch Luftangriffe im Jemen.

woz/sda

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