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Blauhelmen gelingt nach Kampf mit Rebellen die Flucht

Auf den Golanhöhen konnten sich in der Nacht weitere 40 philippinische Uno-Soldaten in Sicherheit bringen. Sieben Stunden lang hatten sie sich zuvor gegen 100 Angreifer verteidigt, die ihr Camp stürmen wollten.

35 Blauhelme wurden mit Fahrzeugen gerettet, 40 weiteren gelang die Flucht zu Fuss: Panzerfahrzeuge der Uno beim Grenzübergang Quneitra zwischen Syrien und Israel auf den Golanhöhen. (30. August 2014)
35 Blauhelme wurden mit Fahrzeugen gerettet, 40 weiteren gelang die Flucht zu Fuss: Panzerfahrzeuge der Uno beim Grenzübergang Quneitra zwischen Syrien und Israel auf den Golanhöhen. (30. August 2014)
Ahmad Gharabli, AFP
Das Schicksal der UNO-Blauhelme ist ungewiss: Israelische Soldaten besprechen sich vor den umkämpften Golanhöhen. (29. August 2014)
Das Schicksal der UNO-Blauhelme ist ungewiss: Israelische Soldaten besprechen sich vor den umkämpften Golanhöhen. (29. August 2014)
AFP
Noch ist unklar welche Rebellengruppe die Blauhelme entführt haben: Militante auf der syrischen Seite des Grenzübergangs. (29. August 2014)
Noch ist unklar welche Rebellengruppe die Blauhelme entführt haben: Militante auf der syrischen Seite des Grenzübergangs. (29. August 2014)
AP Photo/Ariel Schalit, Keystone
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Alle auf den Golanhöhen von syrischen Rebellen belagerten Blauhelm-Soldaten aus den Philippinen sind wieder in Sicherheit. Die letzte Gruppe der Soldaten habe sich im Schutze der Dunkelheit zu Fuss in Sicherheit gebracht, sagte ein Militärsprecher heute in Manila.

Sie hatten sich ein siebenstündiges Feuergefecht mit den Rebellen geliefert. Mehr als 100 Bewaffnete rammten mit ihren Lastwagen die Tore zum Camp und feuerten Mörsergeschosse ab, nachdem sich die philippinischen Soldaten geweigert hatten, ihre Waffen abzugeben. Die belagerten Soldaten hätten sich verteidigt und das Feuer erwidert, erklärten Militärbeamte.

In der Nacht seien sie dann zu Fuss zu einer UNO-Stellung in zwei Kilometer Entfernung gelaufen, sagte der philippinischen Oberstleutnant Ramon Zagala. Anschliessend seien sie ins Camp Ziouani hinter den UNO-Linien gebracht worden. Die Konfrontation mit den Rebellen sei damit beendet.

Panzerfahrzeuge evakuieren 35 Blauhelme

Zuvor hatte eine UNO-Eingreiftruppe eine weitere Gruppe von 35 Philippinern aus der Kampfzone gebracht. Unterstützt wurden sie dabei von irischen und philippinischen Soldaten in Panzerfahrzeugen. «Alle sind in einer sicheren Position. Wir haben unsere Position verlassen, aber alle unsere Waffen mitgebracht», sagte Zagala. Eine erste Gruppe von 35 Philippinern war demnach am Samstag von gepanzerten UNO-Fahrzeugen aufgesammelt worden.

Die UNO bestätigte, dass alle 75 Philippiner in Sicherheit seien. Sie gehören der UNO-Beobachtertruppe Undof an, die seit 1974 auf den zwischen Israel und Syrien geteilten Golanhöhen die Einhaltung des Waffenstillstands zwischen den beiden Staaten überwacht.

Blauhelme aus Fidschi weiterhin vermisst

Syrische Rebellen mit Verbindungen zur al-Qaida hatten am Mittwoch den Übergang Kuneitra erobert und dabei auch 44 Blauhelm-Soldaten aus Fidschi in ihre Gewalt gebracht. Die UNO erklärte am Samstag, sie setze sich weiterhin für die Befreiung dieser Soldaten ein.

Zur Undof-Mission gehören derzeit etwa 1200 Soldaten aus Indien, Irland, den Niederlanden, Nepal, den Philippinen und den Fidschi-Inseln. Israel hatte nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 Teile der Golanhöhen besetzt. Offiziell gehört der gesamte Höhenzug aber weiter zu Syrien.

Die UNO-Soldaten auf den Golanhöhen sind seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs bereits wiederholt unter Beschuss geraten. Nachdem vergangenes Jahr philippinische Soldaten vorübergehend von syrischen Rebellen verschleppt worden waren, erwog Manila ein Ende der Beteiligung am Undof-Einsatz.

Erst vor wenigen Tagen wurde beschlossen, den Einsatz nach der Rückkehr der derzeit 331 Soldaten im Oktober nicht zu verlängern. Ein früherer Abzug ist laut Zagala aber nicht im Gespräch.

Soldaten freigelassen

Unterdessen liess die syrische Al-Nusra-Front vier entführte libanesische Soldaten und einen Polizisten frei. Die fünf Männer, die Anfang August bei Kämpfen zwischen der Armee und Jihadisten in der libanesischen Grenzregion Aarsal verschleppt worden waren, seien dorthin zurückgebracht worden.

Sie seien einem Geistlichen, der als Vermittler diente, übergeben worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Allerdings halten die Al-Nusra-Front, der Islamische Staat und eine weitere Jihadistengruppe weiterhin 15 Soldaten und 14 Polizisten aus Libanon gefangen.

Die Extremistengruppen wollen die Geiseln nur gegen islamistische Gefangenen in Libanon austauschen, doch lehnt die libanesische Armee diese Bedingung ab. Die Freilassung der fünf Geiseln am Samstag erfolgte wenige Stunden nach der Veröffentlichung eines Videos, das angeblich die Enthauptung eines der entführten Soldaten durch Kämpfer des Islamischen Staats zeigt. Die libanesische Armee erklärte, sie prüfe die Echtheit des auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter verbreiteten Videos.

Der syrische Bürgerkrieg bedroht auch zunehmend den benachbarten Libanon. Die Bevölkerung des Landes ist zwischen Anhängern des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und Unterstützern der Rebellen gespalten.

Besonders in der Hafenstadt Tripolis gibt es immer wieder Kämpfe zwischen den Gruppen. Die Gefechte in der Region von Aarsal mit dutzenden Toten auf beiden Seiten waren aber die bisher schwersten in Libanon seit Beginn des Konflikts in Syrien im März 2011.

(SDA)

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