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«Bitte retten Sie das Leben meines Sohnes»

200 Millionen Dollar oder die beiden japanischen Geiseln sind tot. Das ist die Forderung des IS. Nun schaltet sich die Mutter von Goto ein. Gibt die japanische Regierung in letzter Minute nach?

Wenn das Lösegeld nicht gezahlt wird, sind die Geiseln wohl bald tot: Junko Ishido, die Mutter des gefangenen japanischen Journalisten Kenji Goto reagiert emotional an einer Medienkonferenz in Tokio. (23.01.2015)
Wenn das Lösegeld nicht gezahlt wird, sind die Geiseln wohl bald tot: Junko Ishido, die Mutter des gefangenen japanischen Journalisten Kenji Goto reagiert emotional an einer Medienkonferenz in Tokio. (23.01.2015)
Toru Hanai, Reuters

Im Ringen um die Freilassung zweier japanischer IS-Geiseln läuft ein Ultimatum der Terrormiliz ab. Wann genau die Frist der Extremisten endet, ist unklar. Sie hatten am Dienstag mit der Tötung von Kenji Goto und Haruna Yukawa innerhalb von 72 Stunden gedroht, wenn sie kein Lösegeld in Höhe von 200 Millionen Dollar erhalten.

Unter Tränen fleht Junko Ishido die japanische Regierung an, man möge ihren Sohn retten: Junko Ishido an der Medienkonferenz in Tokio (Quelle: THE PAGE(ザ・ページ)/ Youtube)

Die Mutter des 47 Jahre alten Journalisten Goto flehte die Führung in Tokio an, ihren Sohn aus den Fängen des Miliz zu befreien. «Die Zeit läuft ab. Bitte, japanische Regierung, retten Sie das Leben meines Sohnes», sagte Junko Ishido in Tokio. Goto sei kein Feind des IS. Er sei vielmehr nach Syrien geflogen, um dabei zu helfen, den 42-jährigen Yukawa zu retten, sagte Ishido. Erst zwei Wochen vor seiner Abreise habe seine Frau im Oktober ein Kind zur Welt gebracht.

Kontaktaufnahme mit «allen möglichen Mitteln»

Die Krise um die beiden japanischen Geiseln stellt das Vorhaben von Ministerpräsident Shinzo Abe auf die Probe, Japans Rolle bei internationalen Angelegenheiten auszubauen und dem eigenen Militär eine grössere Bedeutung zu geben. Tokio verfügt über keine starken diplomatischen Verbindungen in den Nahen Osten.

Regierungssprecher Yoshihide Suga wiederholte am Freitag, Japan versuche auf allen möglichen Wegen, Kontakt zu denjenigen aufzunehmen, die Goto und Yukawa festhielten. Die Regierung stimme sich mit verbundenen Parteien ab. Dazu zählten auch Stammesoberhäupter, sagte Suga.

Der nationale Sender NHK berichtete, er habe eine Nachricht vom IS bekommen. Demnach sollte eine Erklärung bald veröffentlicht werden. Details wurden bislang keine bekannt. Zwei Japaner, die nach eigenen Angaben Kontakt zu einem Anführer der Terrormiliz haben, boten am Donnerstag an, zu vermitteln. Es war unklar, was die japanische Regierung von ihrem Hilfsangebot hielt.

Die japanischen Geiseln im Terrorvideo: IS verbreitet seine Todesdrohung auf Youtube. (20. Januar 2015) Bild: Screenshot Youtube
Die japanischen Geiseln im Terrorvideo: IS verbreitet seine Todesdrohung auf Youtube. (20. Januar 2015) Bild: Screenshot Youtube

Abe bleiben in dem Fall nur wenige Optionen. Dazu zählt, offen auf die Lösegeldforderung der Extremisten einzugehen oder einen Verbündeten wie die USA zu bitten, einen riskanten Rettungsversuch in Syrien zu unternehmen. Schliesslich kommt das japanische Militär nur zu Zwecken der Selbstverteidigung im eigenen Land zum Einsatz.

(SDA)

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