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Bis zu 100 Tote nach türkischer Offensive

Die türkische Armee führt ihre Vergeltungsschläge nach einer Anschlagsserie in den Kurdengebieten weiter. In den vergangenen sechs Tagen griff die Luftwaffe zahlreiche Ziele im Nordirak an.

Der Auslöser für die Luftschläge: Türkische Offiziere erweisen einem der getöteten Soldaten die letzte Ehre. (17. August 2011)
Der Auslöser für die Luftschläge: Türkische Offiziere erweisen einem der getöteten Soldaten die letzte Ehre. (17. August 2011)
Keystone

Bei Luftangriffen auf kurdische Rebellen im Nordirak sind nach Angaben der türkischen Streitkräfte zwischen 90 und 100 Kämpfer getötet worden. Weitere 80 Rebellen seien verletzt worden, teilten die Streitkräfte auf ihrer Website mit.

Seit vergangenen Mittwoch haben türkische Kampfflugzeuge wiederholt mutmassliche Stellungen der Rebellen im Irak angegriffen. Zuvor hatten Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in der Nähe der Grenze zum Irak acht türkische Soldaten und einen Wachmann getötet.

«Nach den ersten Informationen wurden zwischen 90 und 100 Terroristen ausgeschaltet, über 80 verletzte Terroristen in Krankenhäuser oder Dörfer gebracht und die Kommunikation mit einer Grosszahl von Terroristen gekappt», hiess es in der Stellungnahme der Streitkräfte. «Der Norden des Iraks und die einheimischen Gebiete werden überwacht sowie Operationen auf dem Boden und in der Luft fortgesetzt.»

Bei den Luftangriffen wurden nach Angaben der türkischen Streitkräfte 79 Unterstände, 18 Höhlen, acht Lager, 14 Gebäude der PKK, ein Munitionsdepot, neun Flugabwehrstellungen und drei Strassensperren getroffen.

PKK weist türkische Angaben zurück

Die PKK wies die Angaben der türkischen Streitkräfte über Verluste zurück. Bei den bombardierten Einrichtungen habe es sich um verlassene Stellungen gehandelt. Die vom türkischen Militär veröffentlichten Zahlen toter Rebellen entbehrten jeder Grundlage, teilte die PKK mit.

«Durch die Angabe falscher Zahlen wollen die Kommandeure der türkischen Streitkräfte die Moral ihrer Soldaten heben und einen Vorwand schaffen, um ihren Krieg gegen Zivilpersonen fortzusetzen», sagte PKK-Sprecher Ahmet Deniz.

Bislang haben Vertreter der irakischen Regierung und der kurdischen Autonomieregion im Norden des Landes sich mit Kritik an der türkischen Militäroffensive zurückgehalten. Die Türkei gehört zu den wichtigsten Handelspartnern des Iraks, und selbst Kurden aus dem Norden des Landes sind teilweise gegen den bewaffneten Kampf der PKK.

Doch es gab auch Proteste gegen die Luftangriffe, die als Verletzung der irakischen Souveränität verstanden werden. «Die Haltung der Regierungen in Bagdad und Kurdistan ist schwach. Die Regierung von (Ministerpräsident Nuri) al-Maliki ist zu schwach, um sich gegen die Türkei zu behaupten», sagte Saman Ahmed, der sich an den Protesten gegen die türkische Militäroffensive in der Stadt Sulaimanija beteiligte.

sda/dapd/ami/miw

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