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Bewaffnete verschleppen Französin von Ferieninsel

Die Entführer brachten die 66-Jährige, die im Rollstuhl sitzt, von ihrem Domizil in Kenia nach Somalia. Vermutlich erhielten die Täter Hilfe aus dem Umfeld der Frau.

Marie Dedieu, die 66-jährige Französin ist in der Nacht auf Samstag von zehn schwer bewaffneten somalischen Kämpfern verschleppt worden. (Undatierte Aufnahme)
Marie Dedieu, die 66-jährige Französin ist in der Nacht auf Samstag von zehn schwer bewaffneten somalischen Kämpfern verschleppt worden. (Undatierte Aufnahme)
AFP
Der Kenianer John Lepapa Moyo, Partner der verschleppten Marie Dediu, steht vor seinem Strandhaus in Ras Gitau, in Manda. (2. Oktober 2011)
Der Kenianer John Lepapa Moyo, Partner der verschleppten Marie Dediu, steht vor seinem Strandhaus in Ras Gitau, in Manda. (2. Oktober 2011)
AFP
Friedliche Stimmung auf der Insel vor Kenia, die letztes Wochenende von Somalischen Kidnappern überfallen wurde. (2. Oktober 2011)
Friedliche Stimmung auf der Insel vor Kenia, die letztes Wochenende von Somalischen Kidnappern überfallen wurde. (2. Oktober 2011)
AFP
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Nahe der kenianischen Ferieninsel Lamu ist eine Französin entführt und nach Somalia verschleppt worden. Die im Rollstuhl sitzende 66-Jährige wurde in der Nacht zum Samstag von bewaffneten Männern aus ihrem Haus auf der Insel Manda entführt, wie die kenianischen Behörden mitteilten.

Nach Angaben der kenianischen Regierung wurde die Französin von «zehn schwerbewaffneten Somaliern» verschleppt. Der für den Bezirk Lamu verantwortliche Regierungsbeamte Stephen Ikua machte die radikalislamischen somalischen Shebab-Milizen für die Entführung verantwortlich. Der 39-jährige kenianische Lebensgefährte der Französin sagte, sechs Angreifer seien an Land gegangen, vier weitere hätten an Bord ihres Bootes gewartet. «Sie waren alle bewaffnet», berichtete der Mann, die Angreifer hätten auf ihn geschossen.

Nur 50 Kilometer von Somalia entfernt

Manda gehört zum Lamu-Archipel im Indischen Ozean, das nur 50 Kilometer von der Grenze zu Somalia entfernt ist. Zahlreiche Prominente aus dem Ausland besitzen auf Manda und Lamu Villen und Strandgrundstücke, darunter Welfenprinz Ernst August von Hannover und seine Ehefrau, Caroline von Monaco.

Die kenianische Küstenwache nahm mit einem Helikopter und Schiffen die Verfolgung der Angreifer auf, die Richtung Somalia flüchteten. Nach Angaben der kenianischen Regierung gab es einen Schusswechsel, bei dem mehrere Entführer verletzt wurden. Es sei den Kidnappern aber gelungen, in den südsomalischen Küstenort Ras Kamboni zu entkommen.

Kenianische Vermittler reisen nach Somalia

Nach Angaben eines kenianischen Sicherheitsbeamten schickte Kenia umgehend Abgesandte nach Somalia, um Kontakt zu den Entführern herzustellen. Die Gespräche seien bereits im Gange. Angesichts der Tatsache, dass es in Somalia keine funktionierende Zentralregierung gebe, könnten die Verhandlungen jedoch längere Zeit dauern. Es wurde vermutet, dass die Entführer die Französin bereits an Piraten verkauft haben.

Ein Polizist sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein Angestellter der Französin sei in Gewahrsam genommen worden. Die Aussagen des Mannes seien für die Ermittlungen von «grösster Bedeutung». Die Frau, die seit rund 15 Jahren in der Region lebt, war erst am Mittwoch von einer Frankreichreise nach Manda zurückgekehrt, was die Behörden vermuten liess, dass die Entführer einen Tipp aus ihrem Umfeld erhielten. Unterdessen wuchsen Sorgen um die Gesundheit der Frau, die seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt und regelmässig Medikamente einnehmen muss, wie französische Diplomaten bestätigten.

Britische Touristin verschleppt

Erst am 11. September hatten Unbekannte eine britische Touristin aus einer Ferienanlage nördlich von Lamu verschleppt und ihren Ehemann getötet. Auch hier verdächtigt die kenianische Polizei die somalischen Shebab-Milizen.

Die erneute Entführung ist ein schwerer Schlag für die kenianische Tourismusindustrie, die dem Land wertvolle Devisen bringt. Zahlreiche Touristen verliessen am Wochenende die Insel Manda. Frankreich und Grossbritannien verschärften ihre Reisewarnungen. Während Frankreich seinen Bürgern davon abriet, auf das Lamu-Archipel zu reisen, warnte Grossbritannien vor Reisen näher als 150 Kilometer zur somalischen Grenze.

AFP/miw

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