Bashar al-Assad setzt Scud-Raketen ein

«Das ist eine unverhältnismässige militärische Eskalation.» Mit diesen Worten kommentiert das Weisse Haus den Einsatz von Kurzstreckenraketen des syrischen Regimes gegen das eigene Volk.

«Eskalation» im syrischen Bürgerkrieg: Zivilbevölkerung auf der Flucht. (11. Dezember 2012)

«Eskalation» im syrischen Bürgerkrieg: Zivilbevölkerung auf der Flucht. (11. Dezember 2012)

(Bild: Keystone)

Syriens Präsident Bashar al-Assad setzt im Kampf gegen die Aufständischen nun offenbar auch Kurzstreckenraketen ein. Seine Armee beschiesse die Rebellen mit Scuds, sagte ein hochrangiger US-Vertreter gestern. Auch ein Nato-Vertreter in Brüssel, der anonym bleiben wollte, sagte, dass in den vergangenen Tagen innerhalb von Syrien Scud-Raketen zum Einsatz gekommen seien.

Der Einsatz der Kurzstreckenraketen wäre eine erhebliche Eskalation in dem seit Monaten anhaltenden Bürgerkrieg. Die Scuds wurden einst in der Sowjetunion entwickelt und haben eine Reichweite von etwa 300 Kilometern.

«Verzweiflung» von Assad

Das US-Aussenministerium bestätigte die Raketenangriffe, machte aber keine genauen Angaben zum Typ der Geschosse. Das Weisse Haus zeigte sich besorgt über die «vollkommen unverhältnismässige militärische Eskalation». Der Beschuss der eigenen Bevölkerung mit Raketen zeige die «Verzweiflung» von Assad, sagte ein Sprecher von US-Präsident Barack Obama.

Zuvor hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch der syrischen Armee bereits den Abwurf gefährlicher Brandbomben auf die Zivilbevölkerung vorgeworfen.

42'000 Menschen getötet

Assad versucht seit März 2011, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Der Konflikt ist mittlerweile zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen. Seitdem wurden Schätzungen zufolge mehr als 42'000 Menschen getötet, eine halbe Million Syrer flüchteten.

chk/sda/AFP

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